Zum Urlaub in die Türkei gelockt: Salafist hält Deutsche in Syrien fest

Ein mutmaßlicher Terrorkämpfer soll seine zum Islam konvertierte Frau aus Tübingen in Syrien festhalten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Schweizer Bundesanwaltschaft ermitteln gegen den 20 Jahre alten Salafisten. Seine schwangere Frau war ihm zunächst freiwillig in die Türkei gefolgt.

Die zwei Jahre ältere Frau soll ihrem Ehemann zunächst freiwillig zu einem vermeintlichen Urlaub in die Türkei gefolgt sein, berichteten die «Stuttgarter Nachrichten» und das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Mittwoch. Das Stuttgarter Innenministerium bestätigte nur, dass es Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes gebe.

Bei den Ermittlungen der Schweizer Behörden geht es nach eigenen Angaben lediglich um den Verdacht, dass der Mann nach Syrien gereist sei, um sich einer terroristischen Organisation anzuschließen. Der Mann stamme aus dem Kanton Thurgau. Einzelheiten könne man mit Blick auf das laufende Verfahren nicht bekanntgeben, so die dpa.

Wie die Medien weiter berichteten, war der 20-Jährige mit türkischen Wurzeln im Herbst 2014 in das Bürgerkriegsland gereist, um sich dort der Al-Nusra-Front anzuschließen, dem syrischen Ableger des Terrornetzes Al-Kaida. Seine damals schwangere Ehefrau sei ihm im Oktober freiwillig in die Türkei gefolgt. Das Paar sei aber weiter nach Syrien gereist. Die Frau werde an der Rückreise gehindert, in verschiedenen Kampfgebieten festgehalten und misshandelt.

Dem SWR sagte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD), die Frau habe sich über das Internet bei ihren Eltern gemeldet. Sie vor Ort zu unterstützen, sei sehr schwierig.

Mehr zum Thema:

Geheimdienste alarmiert: 5.000 Dschihadisten aus Europa wollen gen Syrien
Türkei: al-Nusra-Front gilt jetzt als Terrororganisation
Syrien: Islamisten exekutieren 15-jährigen Jungen vor den Augen seiner Eltern

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.