Türkei im Aufschwung: 5,52 Prozent mehr Gäste im Jahr 2014

Die Türkei kann auf ein erfolgreiches Urlaubsjahr 2014 zurückblicken. Fast 40 Millionen ausländische Gäste verbrachten hier die schönste Zeit des Jahres. Das entspricht einem Plus von 5,52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach wie vor gehört das Land auch zu den beliebtesten Destinationen der Deutschen. Um den insgesamt positiven Trend beizubehalten, sucht die Regierung nach Möglichkeiten, weitere Urlauber anzuziehen.

Nach Angaben der Stiftung für Zukunftsfragen (Auslandsreiseziele 2014) liegt die Türkei derzeit auf dem dritten Platz der beliebtesten europäischen Reiseziele. Diese Beliebtheit zeige sich auch an den Besucherzahlen, wie an der ITB Berlin bekannt wurde. Rund 36,8 Millionen Gäste aus der ganzen Welt reisten 2014 in die Türkei. Das sind 5,52 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders deutsche Urlauber wählten die Türkei als Reiseziel und sorgten für einen deutlichen Zuwachs: Insgesamt entschieden sich 5,2 Millionen, das sind 4,1 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, für einen Türkei-Urlaub und blieben im Durchschnitt acht Nächte.

Die beliebtesten Reiseziele des vergangenen Jahres waren Istanbul mit 11,8 Millionen Gäste aus aller Welt, Antalya (11,5 Millionen), sowie die türkische Ägäis (3,2 Millionen). Aber auch Kappadokien, die Schwarzmeer- und die östliche Mittelmeerküste gewännen immer mehr an Bedeutung, heißt es in einer den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegenden Mitteilung.

„Dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, freut uns natürlich sehr“, so Dr. Tahsin Yılmaz, Botschaftsrat für Kultur in der Botschaft der Republik Türkei in Berlin. „Dieser Zuwachs unterstreicht wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der Türkei im internationalen Tourismuswettbewerb. Unser Land hat als Reiseland sehr großes Potential, welches wir weiterhin ausbauen wollen. Unser Ziel ist es, unser Land im touristischen Bereich weiterzuentwickeln.“

Die Aussichten auf das Reisejahr 2015 werden in der Hauptstadt als optimistisch bezeichnet: Eine entscheidende Rolle spiele dabei die Urlaubslust der Deutschen. Sie würden für 2015 planen, mehr zu reisen und mehr Geld auszugeben (FUR Studie Urlaubsreisetrends 2015). Dabei bleibe die Türkei mit seiner Vielfältigkeit eine der vier Top-Destinationen deutscher Urlauber und biete zudem das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Mittelmeerländer (mehr hier).

„Neben den ausgezeichneten Golfplätze und Stränden von Antalya und dem trendigen Städtereiseziel Istanbul mit zahlreichen Kulturveranstaltungen sowie attraktiven Shopping-Möglichkeiten, hat unser Land dank seiner historischen und kulturellen Vielfalt noch so viel mehr zu bieten. Dies wollen wir in diesem Jahr verstärkt kommunizieren. Wir möchten das Bewusstsein der Urlauber auch für die anderen Seiten der Türkei stärken und ihnen die Geschichte, Kultur und Kunst sowie die vielfältige Gastronomie, die Gastfreundschaft der Menschen, ihre Traditionen und Werte nahebringen“, sagt Dr. Tahsin Yilmaz.

Er fügt außerdem hinzu: „Das Bild, das viele deutsche Urlauber von der Türkei haben, ist noch lückenhaft. Unsere Aufgabe besteht darin, die Wahrnehmung zu ändern. Tourismus sollte auch in diesem Sinne betrachtet werden. Darüber hinaus müssen wir vermitteln, dass die Urlauber in unserem Land jede Art von Urlaub machen können, sogar Skifahren. Mit der Erschließung von bislang touristisch unbekannten Regionen, erweitert sich außerdem auch die Vielfalt der touristischen Angebote. Dafür verbessern wir auch die Infrastruktur in diesen Regionen.“

Vor allem die türkische Ägäis solle stärker in den Fokus der Kommunikation gerückt werden, denn gerade an der Küste 150 Kilometer jeweils nördlich und südlich von Izmir lägen unglaubliche Kulturschätze der Türkei, nicht nur die berühmten Ausgrabungsstätten wie Pergamon, Ephesus oder Troja, heißt es weiter.

Auch die türkische Regierung ist sich der Potentiale bewusst und will das Tourismusgeschäft weiter ankurbeln. Für Schlagzeilen sorgte entsprechend die jüngste Ideen der Regierung, Touristen ins Land zu locken. Wie Anfang Februar bekannt wurde, hatte sich die türkische Regierung wenige Monate vor Start der Haupturlaubssaison über neue Anreize für Reiseveranstalter und Fluggesellschaften beraten. Grund soll ein Rückgang der Frühbuchungen für 2015 gewesen sein. Ziel ist es, die hiesigen Tourismus-Einnahmen trotz der Probleme in den Nachbarländern anzukurbeln. Besondere Sorgen macht der Türkei dabei die Wirtschaftskrise in Russland und die damit einhergehende Abwertung des Rubel (mehr hier).

Angekurbelt werden sollen der Tourismus nun mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen. „Der Tourismus ist einer der führenden Industriezweige in der Türkei. Doch es scheint so, dass wir in diesem Jahr ernsthafte Probleme im Tourismus bekommen werden“, so Davutoğlu kurz nach dem Treffen. Im Rahmen der neuen Maßnahmen sei auch vorgesehen, allen Passagierflugzeugen aus Russland und dem Iran für die kommenden zwei Monate 6000 US-Dollar zu zahlen, um so einen Beitrag zu den Kraftstoffausgaben zu leisten. Für den Premier eine durchaus sinnige Maßnahme. Er argumentiert: „Auf diese Weise verhindern wir die Stornierung von Flügen.“ Ebenso könnte dadurch etwas Last von den Reiseveranstaltern genommen werden, die überdies großzügige Kredite in Anspruch nehmen könnten.

Der Umsatz des türkischen Tourismussektors stieg im Jahr 2014 nach Angaben des Türkischen Statistik Instituts (TÜİK) um 6,4 Prozent auf 34,3 Milliarden US-Dollar. Das letzte Quartal dämpfte jedoch den positiven Gesamteindruck. In diesem Zeitraum fielen die Einnahmen auf 7,67 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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