Mord in Istanbul: Tadschikischer Oppositioneller auf offener Straße erschossen

Der im türkischen Exil lebende tadschikische Geschäftsmann und Oppositionelle Umarali Kuwatow ist tot. Der 47-Jährige Kritiker des tadschikischen Staatspräsidenten Emomalii Rahmon soll am Donnerstagabend auf offener Straße mit einem Kopfschuss niedergestreckt worden sein. Der Täter konnte fliehen.

Umarali  Kuwatow war Kopf der Oppositionsvereinigung „Gruppe 24“. Das Oberste Gericht in Tadschikistan hatte diese im vergangenen Oktober als Extremistengruppe verboten. Am Donnerstagabend war Kuwatow im Istanbuler Distrikt Fatih unterwegs. Gegen 20.30 Uhr soll er durch einen einzigen Schuss in den Kopf getötet worden sein.

Mittlerweile hätten sowohl die Mordkommission als auch eine Anti-Terror-Einheit die Ermittlungen aufgenommen. Die türkische Polizei lehnte eine Stellungnahme bislang ab, berichtet Today Online. Kuwatow soll vor dem Mord gemeinsam mit seiner Familie bei einem Landsmann zum Essen eingeladen gewesen sein. Kuwatow sei bereits tot gewesen, als die Rettungsdienste eintrafen. Der Täter konnte unerkannt entfliehen.

Dem Oppositionsführer wurden in seiner Heimat Extremismus als auch Wirtschaftsvergehen und Geiselnahmen zur Last gelegt. Vor seinem türkischen Exil hatte er in den vergangenen Jahren in Russland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelebt. Ankara hatte eine Auslieferung Kuwatows abgelehnt.

Kuwatow beschuldigte den langjährigen autokratischen tadschikischen Staatspräsidenten Emomalii Rahmon der Korruption und Vetternwirtschaft, so das Blatt weiter. Ein Sprecher des tadschikischen Generalstaatsanwalts habe erklärt, dass man über die Tötung informiert worden sei. Weitere Details wurden jedoch nicht bekannt. Ihm zufolge hätten die tadschikischen Staatsanwälte noch keinen Kontakt mit ihren türkischen Kollegen.

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