SPD-Antrag in München: Bayerische Landeshauptstadt soll zum Fastenbrechen einladen

Die bayerische Landeshauptstadt München soll nach dem Willen der SPD-Stadtratsfraktion künftig offiziell zum gemeinsamen Fastenbrechen im Ramadan einladen. In der Stadt leben rund 124.000 Muslime. Eine solche Geste solle dem Dialog und der Begegnung dienen.

Ein solcher Empfang, zu dem Vertreter muslimischer Verbände, der christlichen Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften gebeten werden sollen, diene dem Dialog und der Begegnung zwischen den verschiedenen Konfessionen, teilte die Fraktion am Donnerstag mit, so die dpa.

„Die SPD wünscht sich ein starkes Signal für ein respektvolles Miteinander der verschiedenen Religionsgemeinschaften in München“, heißt es im entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion. „Das Fasten und das abendliche Fastenbrechen im Ramadan gehören inzwischen fest zum Alltag in München. Der Ramadan ist eine besinnliche Zeit, in der sich Muslime und Nichtmuslime gegenseitig in besonderer Weise ihren Respekt zeigen und sich näher kommen können.“

Nach Ansicht der Antragsteller setze die Stadt mit einem solchen Schritt „ein klares Zeichen gegen die Ausgrenzung religiöser Gruppierungen“. Bei einem städtischen Empfang solle es ein gemeinsames Gebet, Ansprachen sowie ein gemeinsames Essen geben.

„Wenn die Stadt selbst zum gemeinsamen Fastenbrechen einlädt, ist das ein starkes Signal: Es zeigt, dass die Musliminnen und Muslime in der Mitte der Münchner Stadtgesellschaft angekommen sind. Dass sie ohne Wenn und Aber dazugehören“, so auch Cumali Naz, Stadtrat und Fachsprecher für Migration in der SPD-Fraktion. „Außerdem kann eine solche Einladung durch die Landeshauptstadt den Austausch und die Annäherung der Religionsgemeinschaften befördern – und darum geht es uns.“

Schätzungen zufolge lebten in München etwa 124 000 Muslime – das entspreche etwa 8,3 Prozent der Stadtbevölkerung. Die SPD stellt in München den direkt gewählten Oberbürgermeister Dieter Reiter. Die CSU signalisierte Offenheit für den Vorschlag.

Hier geht es zum Antrag der SPD-Fraktion.

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