Kopftuch schon im Kindergarten: Buschkowsky sieht islamische Fundamentalisten auf dem Vormarsch

Der scheidende Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), hat sich noch einmal mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Der Politiker warnte vor einer Zunahme von islamistischem Fundamentalismus in Deutschland. Selbst dreijährige Mädchen kämen mittlerweile mit Kopftuch in den Kindergarten. Unterdessen ermittelt die Polizei in Neu-Ulm wegen islamistischer Parolen von Grundschülern.

Buschkowsky kritisierte nicht nur, er bot auch Hilfen. Er will Chancen für den sozialen Aufstieg aller Benachteiligten schaffen. (Foto: Flickr/ Kongress Stadtleben in 3D Frankfurt by SmartLightLiving CC BY 2.0)

Buschkowsky kritisierte nicht nur, er bot auch Hilfen. Er will Chancen für den sozialen Aufstieg aller Benachteiligten schaffen. (Foto: Flickr/ Kongress Stadtleben in 3D Frankfurt by SmartLightLiving CC BY 2.0)

Heinz Buschkowsky (SPD), der scheidende Bürgermeister von Berlin-Neukölln, sieht islamische Fundamentalisten auf dem Vormarsch. In einigen Kindergärten in Neukölln trügen heute schon dreijährige Mädchen Kopftuch. «So etwas hat es vor fünf Jahren noch nicht gegeben», sagte Buschkowsky der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). Salafisten forderten Mädchen vor Schulen des Bezirks auf, Hidschab zu tragen «anstelle der sündigen Jeans». Hidschab bedeutet Verhüllung.

Eltern würden bei Klassenreisen muslimische Betreuer verlangen und wollten dem Hausmeister das Betreten der Turnhalle verbieten, wenn ihre Töchter dort seien. «Nicht die Integration schreitet voran, sondern eine Art Landnahme durch fundamentalistische Überreligiösität», sagte der konfliktfreudige SPD-Politiker. Er kritisierte «diese Heuchelei von der einzigartigen Erfolgsgeschichte der Integration in Deutschland».

Neukölln wird oft als Problembezirk Berlins bezeichnet. Mehr als 320 000 Menschen leben dort. Rund 40 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Unterdessen schockieren islamistische Parolen von Kindern im Ethikunterricht die Lehrer in einer schwäbischen Grundschule. Die Polizei beschäftigt die Frage: Wer hat die Schüler aufgehetzt?

In
einer Grundschule in NeuUlm sind mehrere Schüler mit islamistischen Äußerungen im Unterricht aufgefallen. Die Behörden bestätigten am vergangenen Freitag einen entsprechenden Bericht der «Augsburger Allgemeinen». Demnach äußerten die Kinder in Ethik-Stunden die Ansicht, dass Christen getötet werden müssten und die Terroropfer des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» den Tod verdient hätten.

Etwa zehn Schüler sollen extremistische Äußerungen von sich gegeben haben. Nicht alle muslimischen Kinder seien so aufgefallen, «es sind aber auch zu viele, um von Einzelfällen zu sprechen», zitiert die Zeitung die Rektorin der Grundschule.

Die Polizei versucht nun herauszufinden, woher die strafunmündigen Kinder die Parolen haben. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen unbekannt ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Die Schule will keine Intoleranz dulden und hat mit mehreren Projekten auf die Vorfälle reagiert, so die dpa. So gibt es auch eine entsprechende Resolution des Elternbeirates. «Das sind Aussagen, die man nicht stehen lassen kann», sagte Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums in München.

Das schwäbische NeuUlm und das benachbarte Ulm galten früher als eine Hochburg des islamischen Extremismus. Im Jahr 2005 wurde das sogenannte Multikulturhaus in NeuUlm geschlossen und der entsprechende Verein vom bayerischen Innenministerium verboten. In dem Zentrum soll es zuvor immer wieder Hass-Predigten gegeben haben. Die Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg waren an den Aktionen gegen die damalige Islamistenszene in beiden Städten beteiligt.

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