Rückzieher: Türkischer Geheimdienst-Chef will doch nicht ins Parlament

Der ehemalige türkische Geheimdienstchef Hakan Fidan hat seine Kandidatur für die Parlamentswahl im Juni zurückgezogen. Fidan sei von Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu wieder zum Chef des Geheimdienstes MIT ernannt worden, teilte der Vizeregierungschef Bülent Arınç am Montagabend mit.

Fidan war Anfang Februar von seinem Posten zurückgetreten, weil er zur Parlamentswahl am 7. Juni für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP kandidieren wollte (mehr hier). Davutoğlu begrüßte den Schritt, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan kritisierte dagegen die Entscheidung öffentlich, so die dpa.

Fidan war seit 2010 Chef des MIT und spielte einen wichtige Rolle in den Verhandlungen mit dem inhaftierten Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan. Zuvor arbeitete er als Erdoğans Berater.

Erdoğan hofft auf einen hohen Wahlsieg seiner seit 2002 regierenden islamisch-konservativen AKP. Er strebt Verfassungsänderungen an, um die Rolle des Präsidenten – und damit die eigene – weiter zu stärken. Im vergangenen Jahr war Erdoğan mit 51 Prozent der Stimmen als erster Präsident der Türkei direkt vom Volk in das Amt gewählt geworden.

Mehr zum Thema:

Parlamentswahlen 2015: Türkischer Geheimdienstchef will in die Politik
Spionageskandal: Türkischer Geheimdienst schweigt zu KCK-Verstrickung
Erdoğan verteidigt KCK-Verhaftungen: Kritiker unterstützen Terrorismus!

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.