Türkei kritisiert EU-Parlament wegen Berichts zu Armeniern

Ankara hat sich entschieden gegen einen am Donnerstag verabschiedeten Bericht zu Menschenrechten und Demokratie gewandt. Darin wurde dazu aufgefordert, die Gräueltaten an den Armeniern als Völkermord anzuerkennen. Nach Ansicht der türkischen Regierung beschädige die Darstellung das Verhältnis von EU und Türkei.

Das EU-Parlament erntet für einem Aufruf zur Anerkennung des «Völkermords» an den Armeniern im Osmanischen Reich vor hundert Jahren Kritik der türkischen Regierung. Die Darstellung entspreche nicht der «historischen Realität» und beschädige das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei, erklärte das Außenministerium in Ankara am Wochenende.

Das EU-Parlament hatte am Donnerstag einen Bericht zu Menschenrechten und Demokratie verabschiedet. Dort werden unter Punkt 77 alle EU-Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, die Gräueltaten an den Armeniern als Völkermord anzuerkennen. Die Türkei lehnt das strikt ab, berichtet die dpa.

Die Armenier begehen den 100. Jahrestag des Beginns der Gräueltaten am 24. April mit einer zentralen Gedenkfeier in Eriwan. Nach offiziellen armenischen Angaben kamen damals 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei hält diese Zahl für überhöht.

Zahlreiche Parlamente sowie Länder wie Frankreich und die Schweiz, aber auch internationale Organisationen bezeichnen die Vertreibung und Vernichtung der Armenier heute als Völkermord. Die Bundesregierung spricht offiziell nicht von Genozid. Das Deutsche Kaiserreich war während der Gräueltaten im Ersten Weltkrieg enger Verbündeter des Osmanischen Reiches.

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