Neue Demenz-Prävention spart Pflegekosten im Gesundheitssystem

Eine neue Studie weckt Hoffnung für die Vorbeuge gegen Demenz. Ein gesunder Lebenswandel kann die Krankheit vermutlich hinauszögern. Das könnte dem Gesundheitssystem Milliarden einsparen. Die Zahl der Patienten wird sich in den kommenden Jahren verdoppeln. Die Kosten für die Pflege belaufen sich pro Jahr zwischen 15.000 und 42.000 Euro.

Das Risiko an Demenz zu erkranken lässt sich durch einen gesunden Lebenswandel senken. Forscher fanden überdies heraus, dass auch Menschen fortgeschrittenen Alters dem Verlust der geistigen Fähigkeiten vorbeugen können. Sie müssen sich gesünder ernähren, sich mehr bewegen und auf ihre kardiovaskulären Risikofaktoren achten.

Die Forscher aus Finnland haben an über tausend älteren Menschen mehrere Faktoren untersucht, die zu einer Enstehung von Demenz beitragen können. Zu den Faktoren gehören Bewegung, Ernährung, Herz-Kreislauf-Gesundheit sowie die Förderung der geistigen und körperlichen Fitness.

Die Hälfte der Teilnehmer bekam zusätzlich zu Informationsmaterialien eine Förderung in vier Modulen und mehreren Gruppensitzungen. Sie behandelten die Themen gesunde Ernährung, Stärkung der Muskulatur, Training der geistigen Fähigkeiten und Überwachung der Herz-Kreislauf-Gesundheit. Die andere Hälfte der Teilnehmer bekam nur Informationsbroschüren.

Das Ergebnis: In beiden Gruppen verbesserte sich die kognitive Leistung im Laufe der beiden Jahre, allerdings war der Vorteil in der Gruppe mit aktiver Intervention signifikant stärker ausgeprägt, berichtet das Ärzteblatt. Da bereits nach zwei Jahren deutliche Fortschritte zu erkennen sind, lässt sich darauf schließen, dass die Demenz durch eine gesunde Lebensweise deutlich hinausgezögert werden kann.

Die durchschnittlichen Kosten von Demenz liegen im leichten Krankheitsstadium bei etwa 15.000 Euro jährlich und steigen bei schwerer Demenz auf rund 42.000 Euro jährlich, teilt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit. Bei gleichbleibenden Vorbeugemöglichkeiten und Behandlungsbedingungen wird sich die Zahl der Betroffenen innerhalb der nächsten 30 Jahre voraussichtlich verdoppeln“, sagt Professor Hans-Helmut König vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Wenn es gelingt, die neuen Forschungsergebnisse in eine funktionierende vorbeugende Therapie umzuwandeln, könnte das dem Gesundheitssystem viel Geld sparen. Der demografische Wandel wird dazu führen, dass die Behandlung von Demenzpatienten immer seltener von den Familien getragen werden kann. Das macht neue Strukturen für die Pflege von Demenzpatienten dringend erforderlich.

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