Historischer Fund: Ring belegt frühen Kontakt zwischen Muslimen und Wikingern

Wissenschaftler haben in Skandinavien einen Beleg für den frühen Kontakt von Muslimen und Wikingern entdeckt. In einem Wikingergrab fanden sie einen Ring mit islamischen Inschriften. Den schwedischen Forschern zufolge handle es sich um den ersten Hinweis dieser Art überhaupt.

Die Entdeckung eines Rings mit islamischer Inschrift in einem Wikingergrab hat alte Geschichten über Verbindungen zwischen Skandinavien zur Wikingerzeit und der islamischen Welt bestätigt.

Der silberne Ring wurde aus einem Holzsarg mit dem Skelett einer verstorbenen Frau geborgen, die um 850 nach Christus beerdigt worden war, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Der Fund selbst liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Er soll sich bei Ausgrabungen im historischen Wikingerhandelszentrum Birka auf der Björkö-Insel nahe der schwedischen Hauptstadt Stockholm zwischen 1872 und 1895 zugetragen haben.

Doch erst vor kurzem sei es Wissenschaftlern mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskop gelungen, die arabische Inschrift „Inshallah“ zu entziffern. Sebastian Wärmländer, Biophysiker an der Universität Stockholm, erklärte gegenüber Discovery News: „Das ist der einzige Ring mit einer arabischen Inschrift in Skandinavien. Wir haben ein paar andere Ringe im arabischen Stil, aber ohne Inschriften.

Wärmländer und seine Kollegen machten die Entdeckung im vergangenen Februar. Darauf hin schrieben sie im Magazin Scanning: „Unsere Analyse zeigt, dass der untersuchte Ring aus einer qualitativ hochwertigen (94,5 Prozent) also nicht-vergoldeten Silber-Legierung besteht. Er hat einen Stein aus farbigem Kalk-Natron-Glas mit einer arabischen Inschrift, die sich als eine Version des Wortes ‚Allah‘ liest.

Die schwedischen Forscher interpretierten die Inschrift auf dem Ring mit dem rosaviolett gefärbten Stein als il-la-lah, was so viel wie Für Allah bedeutet. Alternative Interpretationen sagen jedoch, dass sich die Inschrift auch INs…LLH lesen lassen könnte, was eben so viel wie „Inshallah“ heiße.

 Nichtsdestotrotz: Die Entdeckung liefere Hinweise auf eine direkte Interaktion zwischen den Wikingern und den islamischen Ländern, so die Forscher. Demnach erzählten die Sagen und Geschichten der Wikinger von Wikingerzügen bis zum Schwarzen Meer und darüber hinaus. Bislang sei allerdings nicht klar gewesen, was tatsächlich Fakt und was Fiktion sei, so Wärmländer.

Der neuwertige Zustand des Rings bestätigt nun direkte Kontakte zwischen den alten Geschichten über die Wikingerzeit Skandinaviens und der islamischen Welt, so der Wissenschaftler. Derzeit befindet sich das kostbare Stück im Schwedischen Geschichts Museum in Stockholm.

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