Sonderprogramm für IS-Opfer: Baden-Württemberg nimmt Frauen auf

Als bislang einziges Bundesland hat Baden-Württemberg in einem Sonderprogramm traumatisierte Frauen und Mädchen aus dem Nordirak aufgenommen. Bis Jahresende sollen insgesamt rund 650 Frauen Zuflucht finden. Die Unterbrinungsorte werden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben.

Die 23 Frauen seien am Samstag angereist, sagte der Chef der Staatskanzlei, Klaus-Peter Murawski (Grüne), am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Die grün-rote Landesregierung will damit Opfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) helfen. Bis zum Jahresende sollen insgesamt rund 650 Frauen und Mädchen nach Baden-Württemberg gebracht werden. Der Großteil wird wohl der religiösen Minderheit der Jesiden im Nordirak angehören.

Murawski bat die Öffentlichkeit noch einmal darum, zurückhaltend mit dem Thema umzugehen, so die dpa. «Die Frauen und Mädchen sind traumatisiert. Sie kommen aus einer fremden Kultur und müssen sich hier erst einmal einfinden und behutsam begleitet werden.» Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte erklärt, dass die Unterbringungsorte auch aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben werden sollten.

Kretschmann hatte die Aufnahme des Sonderkontingents im vergangenen Oktober angekündigt. Die Umsetzung gestaltete sich aber kompliziert. So gab es Engpässe bei der Visaerteilung im deutschen Generalkonsolat in Erbil. Das Land unterstützt das Konsulat nun mit eigenen Beamten. Die Frauen und Mädchen werden auf Einrichtungen in ganz Baden-Württemberg verteilt.

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