Zu schlecht: Türkei lehnt Oscar-Gewinnerin Julianne Moore als Tourismus-Repräsentantin ab

Hollywood-Star Julianne Moore mag zwar 2015 einen Oscar bekommen haben, doch türkische Beamte konnte die Schauspieler nicht überzeugen. Die 54-Jährige wird nicht das neue Gesicht einer türkischen Tourismus-Kampagne. Der Grund: Der Film sei zu schlecht.

Das türkische Kultur- und Tourismus-Ministerium hatte Julianne Moores Film zur Förderung des Tourismus in der Türkei als zu schlecht erachtet und einen neuen Dreh gefordert. Die Oscar-Preisträgerin und bereits vierfach nominierte sah hierfür allerdings keinen Grund. Die Folge: Das Projekt wurde letztendlich abgesagt.

Wie der türkischen Zeitung Hürriyet mitgeteilt wurde, habe das Ministerium den Promotionfilm mit Moore aufgrund der schlechten schauspielerischen Leistung der „Still Alice“-Darstellerin verworfen. Eine offizielle Erklärung hierzu habe man allerdings nicht abgeben wollen, heißt es weiter. Das Ministerium stellte lediglich heraus, dass der Film von einer Agentur angefertigt worden sei. Wie das Blatt mitteilt, habe Emre Yücel, der Inhaber der Agentur Iconisus & I Mean It, zumindest einen Schlag von Höhe von 1,5 Millionen Dollar erhalten. Das ganze Projekt hätte ein Volumen von 4 Millionen Dollar gehabt.

Der Agentur zufolge habe man Moore nach dem Zuschlag der Ausschreibung im vergangenen Jahr ausgesucht. In den Film soll die Schauspielerin während einer Reise im Flugzeug ihre Kindheitserinnerungen an Urlaube in der Türkei Revue passieren lassen. Gedreht worden sei im vergangenen Jahr in Los Angeles. Eigentlich sollte er bereits ab Februar 2014 ausgestrahlt werden (mehr hier).

Die Wahl von Moore wurde jedoch bereits im vergangenen Jahr von einer ganzen Reihe türkischer Promis, vom Werbefachmann bis hin zum Politiker, kritisiert. Nicht wenige beschimpften die Schauspielerin als „depressive Persönlichkeit“.

Das Ministerium bezeichnete das Werk mit Moore als einfallslos und als nichts Besonderes. Es gebe 30 ähnliche Filme mit anderen Akteuren. In einem Interview mit der Hürriyet stellte der Werbeagenturinhaber Yücel noch einmal heraus, dass Moore für ihn die richtige Wahl gewesen sei. Sie würde genau die richtigen Zielgruppen ansprechen – Amerikaner, Briten, Frauen, Menschen mittleren Alters. Warum man sie in der Türkei nicht möge, könne er jedenfalls nicht nachvollziehen.

Bereits Ende August 2013 wurde bekannt, dass das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus 50 Millionen US-Dollar für eine neue Werbekampagne investiert. Der Etat wurde Ende September ausgeschrieben und soll in TV-Werbung sowie „Kreativkonzepte für verschiedene Kommunikationskanäle“ in den ausländischen Märkten fließen, hieß es damals. Damit wolle das Land seine Position im internationalen Tourismusgeschäft weiter verbessern. Nach wie vor sind die Gäste aus Deutschland Spitzenreiter.

Neben Julianne Moore wurden vier bekannte Fotografen gebeten, die schönsten touristischen Sehenswürdigkeiten des Landes abzulichten. Darunter auch Steve McCurry, der mit dem Foto „Afghanisches Mädchen“ berühmt wurde.

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