Ostermärsche wenden sich gegen Krieg und Islamfeindlichkeit

Am zweiten Tag der Ostermärsche haben in Deutschland mehrere tausend Menschen gegen Krieg, Gewalt, Rüstungsexporte und Ausländerfeindlichkeit demonstriert. In Berlin gingen am Samstag rund 1000 Menschen unter dem Motto «Die Waffen nieder» auf die Straße. Sie machten sich vor allem für einen friedlichen Dialog mit Russland in der Ukraine-Krise stark. Auf einem Banner stand: «Nato - Hände weg von der Ukraine.»

Auch bei anderen Ostermärschen war die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Konfliktes ein zentrales Thema. Vor der Kommandozentrale für die US-Streitkräfte in Europa (EUCOM) in Stuttgart-Vaihingen versammelten sich nach Angaben der Veranstalter etwa 400 Menschen.

Der evangelische Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs forderte «eine fundamentale Abkehr von einer Politik des Kriegführens, die immer wieder neuen Terrorismus erzeugt». Jede Religion habe ein Gewaltpotenzial, aber auch ein mächtiges Friedenspotenzial. Deshalb gelte es, der verbreiteten Islamfeindlichkeit in Deutschland entschieden entgegenzutreten.

Mit einem Gottesdienst vor den Toren des Fliegerhorstes Büchel hatten die Ostermärsche am Freitag in Rheinland-Pfalz begonnen. An diesem Montag ist ein weiterer Marsch in Büchel geplant. Der Luftwaffenstützpunkt gilt als einziger Standort in Deutschland, an dem US-Atomwaffen lagern.

Bis Ostermontag werden in Deutschland voraussichtlich Tausende Menschen bei rund 80 Veranstaltungen und Aktionen für eine Welt ohne Krieg auf die Straße gehen. Die Veranstalter gehen von einer stabilen Teilnehmerzahl aus. 2014 waren bundesweit einige tausend Ostermarschierer gezählt worden.

Hier geht es zur Übersicht zu den Ostermärschen und Aktionen 2015.

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