Fenerbahce verweigert vorerst den Spielbetrieb

Klare Worte von Fenerbahce bezüglich des Mordanschlags am Samstagabend! Die Gelb-Marineblauen gaben bekannt, dass man erst wieder zu Spielen antreten werde, wenn die Täter und deren Drahtzieher ausfindig gemacht worden seien. GazeteFutbol.de fasst die Pressekonferenz aus Istanbul zusammen.

Noch während der Verband gemeinsam mit der Klubvereinigung und dem Sportminister in Riva/Istanbul tagte, trat Fenerbahce in Person von Pressesprecher Mahmut Uslu und den Vereinsfunktionären Deniz Aytöre und Sekip Mosturoglu zu einer Pressekonferenz auf dem vereinseigenen Can Bartu-Gelände an. Die Hauptaussage des Vereins: Solange die Täter und deren Drahtzieher nicht ausfindig gemacht worden sind, wird beim Meister kein Fußball mehr gespielt. GazeteFutbol.de fasst die Aussagen der Klubverantwortlichen zusammen!

Mahmut Uslu, Pressesprecher Fenerbahce

„Wir durchleben eine extrem schwierige Zeit. Ich danke allen Verantwortlichen, die sich um die Klärung des Falles bemühen. Daher denke ich, dass die Schuldigen auch schnell gefunden werden. Auch ich war an diesem Abend bei der Mannschaft. Es lag ein Mordanschlag vor. Ich denke, manche haben den Ernst der Lage noch gar nicht begriffen. Die Tat war geplant und ist als ein Angriff gegen die Türkei zu verstehen. Der Bus fuhr bei den Schüssen den Berg runter, mit 110 km/h.

[…] Auch unsere Spieler bestehen aus Fleisch und Blut. Daher kann ich Ihnen auch sagen, dass sie psychisch in einem sehr schlechten Zustand sind. Sow hatte schon Tage zuvor mit uns abgesprochen, dass er ins Ausland reisen wird. Mit dem Trainer war sein Urlaub abgemacht.“

Deniz Aytöre, Funktionär Fenerbahce

„Ich denke, der ganze Vorfall und die Absichten dazu liegen auf der Hand. Es wurde mit dem Leben von insgesamt 41 Menschen gespielt, darunter 19 unserer Spieler. Wir sind uns im Klaren, welche kritischen Fragen jetzt gestellt werden. Das Ganze hat nichts mehr mit Fenerbahce und Trabzonspor zu tun, denn das war ein Terrorakt. Daher haben wir auch nicht die Absicht, den Anschlag auf bestimmte Menschen aus einer bestimmten Region zu schieben.

[…] Wir hören Gerüchte, nach denen wir eine Pause fordern, damit unsere verletzten Spieler wieder fit werden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Man sollte sich vergewissern, dass Blut geflossen ist. Ich wiederhole es ein weiteres Mal: Es ist Blut geflossen! Für uns ist es nicht mal mehr nötig, dass die Liga zu Ende gespielt wird. Denn jetzt stehen andere Dinge im Vordergrund. Wir werden den Spielbetrieb so lange verweigern, bis die Täter und deren Drahtzieher geschnappt worden sind.

[…] Wir haben dem Verband keinen Antrag gestellt, dass alle Ligaspiele verschoben werden sollen. Wichtig bei dem Ganzen ist die Sicherheit. Ist diese von nun an tatsächlich garantiert? Die Meisterschaft spielt für uns keine Rolle mehr, der vierte Stern schon gar nicht. Hier geht es darum, ob sich Menschen überall frei bewegen können. Wir werden diesen Vorfall nicht in Vergessenheit geraten lassen.

[…] Bis gestern Abend haben wir sehr gehofft, dass dieser Vorfall nicht mit dem Manipulationsverfahren und der Rivalität zwischen Fenerbahce und Trabzonspor in Verbindung gebracht wird. Doch leider sehen viele diese Tat als ein Racheakt für den 3. Juni an. Genau das sollte eigentlich verhindert werden.

[…] Wichtig ist, dass man bestimmte Strömungen, die dieses Gedankengut fördern, für immer auslöscht. Seit Jahren wird Fenerbahce als Zielscheibe hingestellt. Es wird Zeit, dass bestimmte Entscheidungen und Urteile getroffen werden.“

Sekip Mosturoglu, Funktionär Fenerbahce

„Es war Glück, dass bei diesem Anschlag keine Menschen gestorben sind. Fakt ist, dies war ein Angriff gegen unser Land. Unser Präsident hat mit dem Beginn des Manipulationsverfahrens gesagt, dass dies kein Manipulationsverfahren sei. Er sagte, dass uns das Land aus den Händen entgleite. Genau in diese Richtung steuern wir nun.

[…] Auf der Straße, vor dem Gericht und bei Anitkabir – wir haben stets unseren Glauben an die Demokratie bekräftigt. Doch jetzt sind wir an einen Punkt angelangt, an dem sich die Menschen untereinander angreifen. Diesen Vorfall kann man nicht mehr nur mit ‚Fanatismus‘ erklären und zur Seite schieben. Wir und auch die Republik Türkei werden das Ganze aufmerksam verfolgen.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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