Mord an drei muslimischen Studenten: Täter droht in den USA die Todesstrafe

Dem Tatverdächtigen im Mordfall an drei muslimischen Studenten könnte im Falle eines Schuldspruches die Todesstrafe drohen. Ein US-Kammergericht hat jetzt grünes Licht für ein entsprechendes Strafmaß an die zuständige Staatsanwaltschaft gegeben. Die Tat in der Stadt Chapel Hill im US-Bundesstaat North Carolina hatte Mitte Februar nicht nur die USA erschüttert.

Stephen Hicks stellte sich nach der Tat der Polizei. Seine Grausamkeit könnte ihn jetzt selbst das Leben kosten. (Screenshot YouTube)

Stephen Hicks stellte sich nach der Tat der Polizei. Seine Grausamkeit könnte ihn jetzt selbst das Leben kosten. (Screenshot YouTube)

Ein Richter im Bundesstaat North Carolina entschied am Montag, dass der Staatsanwalt gegen den angeblichen Mörder von drei muslimischen Studenten in Chapel Hill die Todesstrafe fordern könne. Die Argumentation: Dies sei durch die Grausamkeit der Tat gerechtfertigt.

Der zuständige Richter Orlando Hudson gab einem entsprechende Antrag der Staatsanwaltschaft des Bezirks Durham statt, nun die Höchststrafe für den 46-jährigen Tatverdächtigen Craig Hicks fordern zu dürfen. Zu den Anklägern gehört auch der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Jim Dornfried. Dieser erklärte bei einer Gerichtsanhörung, dass er die Todesstrafe unter anderem wegen der Grausamkeit der Morde einfordere, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Angeklagt ist Hicks wegen dreifachen Mordes. Ihm wird angelastet, seinen 23-jährigen Nachbarn Deah Shaddy Barakat, dessen 21-jährige Ehefrau Yusor Mohammad Abu-Salha und schließlich deren 19-jährige Schwester Razan erschossen zu haben. Anschließend stellte er sich der Polizei.

Am Nachmittag des 10. Februar dieses Jahres soll Hicks in sein Haus gelaufen sein und seine Waffe geholt haben. Dann soll er mehrfach auf den 23-Jährigen geschossen haben. Anschließend habe er in der Wohnung weiter um sich gefeuert und dabei die beiden Frauen getroffen. Den beiden Opfern soll er dann noch einmal in den Kopf geschossen haben, heißt es in der Zeitung Raleigh News and Observer weiter.

Nach wie vor ist der Hintergrund der Tat unklar. Kurz nach dem Angriff, vertrat die Polizei die Ansicht, dass die Morde offenbar durch einen Streit um die Parkplätze am Apartmentkomplex, wo Hicks und die Opfer lebten, motiviert wurde.Die Familien der Opfer haben behauptet jedoch, dass sie angegriffen wurden, weil sie Muslime waren und halten das Ganze daher für ein Hassverbrechen. Das FBI untersucht derzeit noch, ob ein solches Motiv tatsächlich infrage kommt. Hicks selbst hatte sich vor der Tat als radikaler Atheist bezeichnet.

Erst vier Tage nach der Tötung von drei muslimischen Studenten in der Stadt Chapel Hill im US-Bundesstaat North Carolina hat Präsident Barack Obama sich zu Wort gemeldet und eine Untersuchung des Falls versprochen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte ihn zuvor dazu aufgefordert, den Mord zu verurteilen. Seiner Ansicht nach darf hier nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Nicht nur Antisemitismus, auch Islamophobie sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit (mehr hier).

Die Tötung von drei muslimischen Studenten in der Stadt Chapel Hill (US-Bundesstaat North Carolina) hat Unruhe in der islamischen Gemeinschaft in den USA ausgelöst. Im Sekundentakt strömten über die Sozialen Medien Beiträge mit den Hashtags #ChapelHillShooting und #MuslimLivesMatter herein. Die User spekulierten, ob es sich möglicherweise um ein Hassverbrechen gehandelt haben könnte. Sie fragten sich, ob die drei jungen Leute tatsächlich wegen ihrer Religion sterben mussten. Andere verglichen die Tat mit den Ereignissen in Frankreich und der Attacke auf das Satiremagazin Charlie Hebdo (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Mord an drei Muslimen: Obama verspricht Untersuchung
Opfer eines Islamhassers? Drei junge Muslime in den USA erschossen
Porno-Mörder gefasst: Kanadische Diplomaten bedanken sich bei Berliner Türken

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.