Hygiene-Ratgeber: Türkische Religionsbehörde erlaubt Klo-Papier

Das Türkische Amt für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) hat auf Anfrage eines Bürgers erklärt, dass die Verwendung von WC-Papier nach islamischem Recht zulässig sei. Gleichzeitig wird jedoch herausgestellt: Wasser sollte nach wie vor die Hauptquelle für die Reinigung sein.

Von einem Gläubigen auf der Dini Soruları Cevaplandırma Platformu (Plattform zur Beantwortung religiöser Fragen) danach gefragt, ob es religiös koscher wäre, nach dem Toilettengang Toilettenpapier statt Wasser zu verwenden, gab die Diyanet nun grünes Licht für die Reinigungsalternative.

Die Diyanet erinnerte daran, dass es für ein religiös legitimes Gebet unbedingt erforderlich sei, den eigenen Körper, die Kleidung und den Ort, an dem das Gebet durchgeführt werde, frei von Elementen zu halten, die im Islam als unrein betrachtet werden. Die Reinigung sollte daher im Regelfall mit Wasser durchgeführt werden. Zulässig ist für die Behörde aber auch Papier, berichtet die Zeitung Radikal.

„Falls kein Wasser für die Reinigung vorhanden ist, können andere Reinigungsmittel verwendet werden. Obwohl einige Quellen Papier als Reinigungsmaterial für ungeeignet erachten, da es zum Schreiben vorgesehen ist, gibt es kein Problem bei der Verwendung von Toilettenpapier“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet aus der Erklärung der Religionsbehörde.

Der Islam verlangt von den Gläubigen strenge Regeln im Badezimmer. Dazu gehören unter anderem bestimmte Verhaltensvorschriften, wie die Gläubigen das Bad zu betreten, was sie zu berühren und zu sagen hätten. Der Gläubige reinigt seinen Intimbereich in der Regel mit fließendem Wasser und der linken Hand. Diese gilt als unrein und wird weder zum Essen noch zur Begrüßung benutzt. In der Türkei sind daher Toiletten mit einer Wasserdüse unterhalb des WC-Rands bzw. Bidets üblich, die eine solche Reinigung ermöglichen.

Bereits Ende März äußerste sich die Diyanet zu Hygienefragen, so das Blatt weiter. Damals wurden Reinigungssubstanzen, die Alkohol enthielten, ebenfalls für zulässig erklärt. Das Trinken von Alkohol sei allerdings nach wie vor unvereinbar mit dem Islam. „Wenn alkoholhaltige Substanzen auf Kleidung oder Körper verschüttet werden, müssen sie gewaschen werden, sonst kann kein Gebet durchgeführt werden. Es ist zwar verboten, Produkte zu trinken, die zu Reinigungszwecken produziert wurden, aber es ist akzeptabel, sie für die Reinigung zu verwenden. Daher müssen auch die Orte, die mit solchen Substanzen gereinigt werden, vor dem Gebet nicht noch einmal geputzt werden.

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