Türkische Forscher finden das größte Labyrinth der Welt

Türkische Archäologen haben die weltgrößte unterirdische Stadt entdeckt. In Kappadokien wurde eine neue unterirdische Stadt gefunden, die ganze 65 Fußballfelder groß sein soll. Es könnte das wohl komplexeste Labyrinth aufgetan worden sein, das jemals gefunden wurde.

Die Menschen im alten Kappadokien nutzten den weichen Fels ihrer Umgebung seit jeher, um unterirdische Anlagen hineinzuschlagen. Jetzt wurde eine der bislang spektakulärsten Anlagen der Gegend aufgetan. Die Räumlichkeiten ziehen sich auch hier über mehrere Stockwerke und umfassen mehrere Hunderttausend Quadratmeter. Sind die Messungen der Forscher richtig, könnte die unterirdische Stadt die größte ihrer Art weltweit sein.

Die jüngste Entdeckung begann mit einem Zufall: Vor einigen Jahren fand eine Mannschaft von Abbrucharbeitern, die im Rahmen eines Stadterneuerungsprojekts mit dem Abriss von 1500 Häusern beschäftigt waren, ein Netzwerk von Tunneln in der Nähe von Nevşehir. Mittlerweile konnten sich Archäologen einen genaueren Einblick verschaffen. Sie sind überzeugt: Hierbei könnte es sich um die wohl umfangreichste unterirdische Stadt weltweit handeln. Das berichtet das Smithsonian Magazine.

Bislang gilt Derinkuyu als eine der größten Sehenswürdigkeiten der Gegend. Neben Derinkuyu werden in Kappadokien noch über 50 unterirdische Städte vermutet. Mehr als 30 wurden bislang entdeckt, aber nur die wenigsten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die historische unterirdische Stadt Derinkuyu ist groß genug, um gut 20.000 Menschen unterzubringen. Obendrein gibt es ausreichend zusätzlichem Platz für Viehzucht und Lebensmittellager. Über die Kapazitäten existieren jedoch widersprüchliche Angaben. Auch ihr Tunnelsystem wurde 1963 zufällig entdeckt. Seither wurden acht Stockwerke freigelegt. Die erschlossenen Räume haben insgesamt eine Fläche von 2500 Quadratmetern. Doch die neuesten Erkenntnisse legen nahe, dass die vor kurzem ausgegrabene Siedlung noch um ein Drittel größer sein könnte, als dieses bereits bekannte Areal.

Wie der Telegraph berichtet, legten die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen nahe, dass die so genannte Multi-Level-Siedlung eine Größe von etwa 65 Fußballfeldern habe und mit Wohnräumen, Küchen, Weinkellern, Kapellen sowie Treppen ausgestattet sei. Geophysiker der hiesigen Universität schätzen die Fläche auf rund 460.000 Quadratmeter mit Tunnelsystemen von bis zu 113 Metern Tiefe. Noch sind die exakten Maße allerdings unbekannt. Auch im Bezug auf das Alter gibt es bislang nur Schätzungen. Die Wissenschaftler glauben, dass die Ruinen etwa 5000 Jahre alt sein könnten.

Mit dem Fund haben sich nun allerdings auch die Prioritäten der Stadt verschoben, berichtet National Geographic. So habe Bürgermeister Hasan Ünver mittlerweile erklärt, dass der aktuelle Fund als Perle für die Region zu betrachten sei. Er wolle nun den weltgrößten Antik-Park errichten – mit Boutiquen, Hotels und Kunstgalerien oberirdisch und Spazierwegen und einem Museum darunter. Außerdem gäbe es Pläne, die unterirdischen Kirchen wieder zu öffnen. Der hier zuvor angedachte Wohnkomplex solle jetzt in einem Vorort realisiert werden.

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