Neuer Boom: Modebewusste Muslime spülen Milliarden Dollar in die Kassen der Designer

Die Modewelt hat gläubige Muslime für sich entdeckt. Islam konforme Kleidung ist mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden. Das Wachstumspotential dieses Marktes ist enorm, schließlich soll der Islam bis zur Mitte des Jahrhunderts die weltweit führende Religion werden.

Mode für gläubige Muslime ist auf dem Vormarsch. (Foto: Flickr/ Modest Muslim women's fashion by muffinn CC BY 2.0)

Mode für gläubige Muslime ist auf dem Vormarsch. (Foto: Flickr/ Modest Muslim women’s fashion by muffinn CC BY 2.0)

Die internationale Modebranche ist im Wandel. Die Kollektionen richten sich nicht nur an den Jahreszeiten aus. Mit der verstärkten Nachfrage nach religiös einwandfreier Kleidung entstand in den vergangenen Jahren ein finanzkräftiger Markt mit eigenen Designern, Modelagenturen und Modezeitschriften.

Wie viel Geld muslimische Kunden für die passende modische Kleidung in die Hand nehmen, zeigen etwa die Zahlen des State of the Global Islamic Economy 2014-2015 Report von Thomson Reuters und Dinar Norm. Darin enthalten sind die aktuellsten verfügbaren Daten. Beziffert werden die Ausgaben für Kleidung darin mit ganzen 266 Milliarden Dollar – allein für das Jahr 2013. Die Fachleute schätzen, dass sich dieser Konsum bis zum Jahr 2019 auf 484 Milliarden US-Dollar nach oben schrauben werde. Zum Vergleich: US-amerikanische Verbraucher gaben 2013 rund 395 Milliarden US-Dollar für Textilien aus.

Das zunehmende Interesse muslimischer Kunden ist auch den Designern nicht verborgen geblieben, berichtet das Fachblatt Business Insider. So wurde zum Beispiel das 2006 in Kuala Lumpur gestartete Fashion Festival eigenen Angaben zufolge mittlerweile 17 Mal in New York nach London, Jakarta, Dubai, Singapur, Monte Carlo und anderen Städten veranstaltet.

In diese Nische gewagt hat sich vergangenen Sommer auch das bekannte internationale Label DKNY. Es zählt zu den wichtigsten Trendmarken der Welt und nutzte 2014 die Gelegenheit für einen einzigartigen Test. Angeboten wurde erstmals eine eigene Ramadan-Kollektion, die allerdings nur am Arabischen Golf zu haben war.

Kreative wie Anas Sillwood erkannten die Zeichen der Zeit schon wesentlich früher. Der Brite ist zum Islam konvertiert und siedelte bereits in den 1990er Jahren nach Jordanien über. Sein muslimisches Fashion Business startete er im Jahr 2000, um sich so das College mitzufinanzieren. Mittlerweile habe er drei Läden und plane in den kommenden fünf Jahren zehn weitere zu eröffnen, so Sillwood im Gespräch mit Bloomberg.

Als einer der zukünftigen Hotspots für muslimische Mode wird derzeit Dubai gehandelt. Schon jetzt gibt es spezielle Mode-Viertel, die mit Steuererleichterungen für Unternehmen und Designer locken, wenn diese ihre Betriebe hierher umsiedeln. Die Chancen, dass es Dubai zur Modemetropole schafft, stünden nach Einschätzung von Branchenfachleuten nicht schlecht. Immerhin gebe es bis dato weltweit noch kein Zentrum für dieses Thema. Das Fehlen einer globalen islamischen Bekleidungsmarke stellt eine einzigartige Gelegenheit für VAE-Modedesigner dar“, zitiert Bloomberg Abdul Rahman Saif Al Ghurair, Mitglied des Dubai Islamic Economy Development Centre Bord. Ihr Augenmerk richten sollten sie vor allem auf den türkischen Markt. Die Türkei ist derzeit der weltweit größte Verbraucher von muslimischer Kleidung. Reuters zufolge gaben sie 2013 stolze 39,3 Milliarden US-Dollar dafür aus. Die Kunden in den VAE kamen mit 22,5 Milliarden auf Platz zwei.

Künftig könnten aber auch ganz andere Ecken interessant werden. Einer Studie des US-Forschungsinstituts Pew zufolge wird Indien in 35 Jahren das Land mit den meisten Muslimen sein. Die weltweit größte Religion bleibe zunächst das Christentum – doch der Islam liege im Jahr 2050 wohl fast gleichauf, schreibt Pew weiter. Die muslimische Bevölkerung wachse global gesehen so stark wie keine andere Weltreligion (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Vorstoß in Brooklyn: Erste Agentur für muslimische Models eröffnet
Wie eine verhüllte Vogue! Erstes türkisches Fashion-Magazin auf Erfolgskurs
Muslimische Modelagentur „Underwraps“: Kann das wirklich funktionieren?

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.