Islam per App: Britische Moschee geht neue Wege in der Lehre

Eine muslimische Gemeinde in Großbritannien beschreitet neue Wege, um die Gläubigen auf dem Laufenden zu halten. Via App erhalten die User Neuigkeiten aus ihrer Moschee, aber auch Wissenswertes zum Thema Islam. Die Anwendung soll auch Nicht-Muslime ansprechen und aufklären.

Die App soll sich zu einer Plattform für Muslime und Nicht-Muslime entwickeln. (Screenshot http://app.bradfordgrandmosque.co.uk/ )

Die App soll sich zu einer Plattform für Muslime und Nicht-Muslime entwickeln. (Screenshot http://app.bradfordgrandmosque.co.uk/ )

Die große Al-Jamia Suffa-Tul-Islam Moschee im britischen Little Horton, Bradford, will seine Gläubigen seit Ende vergangener Woche mit einer neuen Hybrid-App erreichen. Die Anwendung soll ihren Entwicklern zufolge die erste ihrer Art in ganz Großbritannien sein. Das Ziel ist nicht nur Lehren über den Islam zu verbreiten, sondern auch Verständnis zu wecken.

Die Idee hinter der App ist zunächst einmal die Verbreitung von aktuellen Inhalten direkt aus der Moschee, berichtet Telegraph & Argus. So sollen die Gläubigen immer auf dem Laufenden sein, wenn es um anstehende Veranstaltungen, religiöse Lehren und tägliche Gebete gehe.

Für den Entwickler Ataa-ur-Rahman birgt die neue App ein immenses Potential. So hebe die Andwendung die muslimische Gemeinschaft seiner Meinung nach in eine neue Dimension der digitalen Technologie. Sie sei zum einen eine „fantastische Möglichkeit“, religiöses Wissen zu vermitteln und ebne zum anderen so auch den Weg zu weiteren technologischen Anwendungen. Fast die Hälfte der Bevölkerung nutzt moderne Technologien. Als Moschee versuchen wir stets mit der Gemeinde zu arbeiten und wirksame Wege der Kommunikation mit ihnen zu finden.“ Die App sei ihm zufolge der perfekte Weg, den Menschen den Islam zu lehren.

Die Entwicklung der App dauerte dem Blatt zufolge rund ein Jahr. Zusammengebracht werden Elemente wie der Koran, Lobpreisungen des Propheten sowie zeitgemäße, kritische Interpretationen des Islam. Noch richtet sie sich vor allem an die Moschee-Gemeinde. Doch die Menschen in der Horton Park Avenue hoffen, dass sie sich auch zu einer Plattform für Nicht-Muslime entwickelt, die sich hier über die  Lehren und Überzeugungen des Islam informieren können.

Gerade dieser Aspekt erscheint besonder bedeutsam. Schon seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wird das Leben muslimischer Gemeinden in Großbritannien immer wieder von islamfeindlichen Attacken überschattet. Der Mord an einem jungen Soldaten Ende Mai 2013 hat die Lage nun noch einmal verschärft (mehr hier). Wie das Watchdog Tell Mama herausgefunden hat, wurden seit den Ereignissen in New York rund die Hälfte der Moscheen und muslimischen Zentren in Großbritannien Ziel islamfeindlicher Attacken. Der Mord an dem britischen Soldaten Lee Rigby hat das Klima allerdings noch rauer werden lassen.

Am Islam-Bashing beteiligen sich auch die britischen Medien (mehr hier). Eine britische Zeitung behauptete gut eine Woche nach dem grausamen Mord, in 20 Jahren gäbe es mehr aktive Muslime als Christen. Dabei ist der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung weiterhin im einstelligen Bereich. Zum kämpfen haben Muslime auf der Insel auch mit einer zunehmenden Isolierung (mehr hier). So gedeihen nicht nur Vorurteile, sondern auch der ideale Nährboden für Fundamentalisten.

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