Koranverbrennung: Pastor Terry Jones will US-Präsident werden

Der umstrittene Anti-Islam Pastor Terry Jones hat vor, 2016 ins Weiße Haus einzuziehen. Der Prediger aus Gainesville erregte im September 2010 weltweit Aufsehen durch seine Ankündigung, eine öffentliche Koranverbrennung durchzuführen. Als Präsident wolle er sich um die moralische, spirituelle und finanzielle Situation seiner Landsleute kümmern.

Terry Jones gehört einer christlichen Splittergruppe in Florida an. Den Islam hält er für die größte Bedrohung der nationalen Sicherheit. (Screenshot YouTube)

Terry Jones gehört einer christlichen Splittergruppe in Florida an. Den Islam hält er für die größte Bedrohung der nationalen Sicherheit. (Screenshot YouTube)

Der Autor der anti-islamische Polemik „Islam is of the Devil“ hatte bereits September 2010 weltweit Aufsehen gesorgt, als er ankündigte, eine öffentliche Koranverbrennung durchzuführen. Diese sagte er dann jedoch ab. Der mittlerweile 63-Jährige sorgte mit seinen Aufrufen zu solchen Aktionen im Jahr 2011 in der islamischen Welt für massive Ausschreitungen mit zahlreichen Toten.

Ich glaube, die meisten Politiker sind auch Politiker. Sie sagen dem amerikanischen Volk nicht die Wahrheit“, so der umstrittene Geistliche in einem Interview mit WWSB. „Ich habe 30 Jahre als Missionar in Europa verbracht, als ich dann nach Amerika zurückkehrte, war ich von den hier herrschenden Bedingungen entsetzt, vor allem von den moralischen, spirituellen und sagen wir mal finanziellen Bedingungen.“ Er selbst wolle im Falle seiner Wahl hingegen ehrlich mit der amerikanischen Bevölkerung seine. Seine Stimme wolle er als Präsident daher vor allem für jene erheben, die unterdrückt würden.

Jones schaffte es zuletzt 2013 in die internationalen Schlagzeilen. Er wurde verhaftet, weil angekündigte, am Jahrestag der Terroranschläge gut 3000 Koran-Ausgaben zu verbrennen. Sein Vorhaben hatte der Pastor auf seiner Internetseite angekündigt. Am Mittwoch wollte er 2998 Koranschriften in der Region Tampa Bay verbrennen, um so den Opfern des 11. Septembers zu gedenken. Gemeinsam mit seinem Freund, Pastor Marvin Sapp, konnte ihn die Polizei nur Minuten vor Beginn der Aktion verhaften (mehr hier).

Schon 201o sorgte Jones für einen internationalen Aufschrei, als er eine solche Verbrennung ankündigte. Damals sah er noch von seinem Vorhaben ab. Holte sie dann aber doch nach und löste damit 2011 schwere Unruhen mit mehr als einem Dutzend Toten in Afghanistan aus. Binnen Tagen starben 22 Arbeiter der Vereinten Nationen und neun Demonstranten in Afghanistan. Kirchen wurden angegriffen, Bibeln verbrannt (mehr hier).

Der Prediger gehört einer christlichen Splittergruppe in Florida an. Den Islam hält er für die größte Bedrohung der nationalen Sicherheit. Auch 2012 trat Terry Jones negativ in Erscheinung. Diesmal wegen seines Zuspruchs für den Anti-Islam-Film „Die Unschuld der Muslime“. Die Bundesregierung verhängte ein Einreiseverbot gegen den Prediger, nachdem er von der islamfeindlichen Partei Pro Deutschland als Redner nach Deutschland eingeladen worden war (mehr hier).

Der Prediger aus Florida hat eigenen Angaben zufolge bereits hunderte Morddrohungen erhalten. Er soll auf Platz zwei der Todesliste von al-Qaida stehen. Zudem sei ein Kopfgeld von sechs Millionen US-Dollar auf ihn ausgesetzt worden. Die Bedrohungen nehme er sehr ernst, so Jones. Doch es gehe darum, die US-amerikanischen Grundrechte wahrzunehmen. „Jetzt kandidiere ich für das Präsidentenamt. Wählt mich.“

Seine Ankündigung löste in der islamischen Community Kopfschütteln aus. Samir Khatib, Sprecher der islamischen Gesellschaft von Sarasota und Bradenton, bezeichnete Jones‘ Idee, für das Präsidentenamt zu kandidieren, als lächerlich. „Ich denke, das ist ein Witz. Das amerikanische Volk braucht jemanden mit mehr Substanz und Intelligenz und Wissen als Präsidenten. Meiner Ansicht nach ist das Zeitverschwendung, Verschwendung von Finanzen und auch Verschwendung seiner Bemühungen“, zitiert Christian Today Khatib. Er hasse die Menschen. Allein daran zu denken, dass er Präsident des mächtigsten Landes der Welt werden könnte, sei eine Beleidigung des amerikanischen Volkes.

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