Empörung und Demonstration begleiten Prozess um Grubenunglück

Empörte Rufe im Gerichtssaal, Demonstranten vor der Tür: Der Prozess um das Grubenunglück in Soma mit mehr als 300 Toten erregt die türkische Öffentlichkeit.

Der Prozess um das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Türkei mit 301 Toten ist unter hohen Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt worden. Am Mittwoch erschienen auch die acht inhaftierten Angeklagten vor Gericht im westtürkischen Akhisar, wie die türkische Online-Zeitung «Radikal» berichtete.

Aus Sicherheitsgründen sollten die Männer eigentlich per Video-Übertragung aus dem Gefängnis in Izmir in den Verhandlungssaal zugeschaltet werden. Dagegen hatten die Opferanwälte zu Prozessauftakt am Montag jedoch Einspruch eingelegt. Seit Montag müssen sich insgesamt 45 Angeklagte vor Gericht verantworten.

Türkischen Medienberichten zufolge begann die Staatsanwaltschaft am Mittwoch damit, die 219-seitige Anklageschrift zu verlesen, so die dpa. Als die Angeklagten zu ihren Gehältern befragt wurden, reagierten die Angehörigen im Verhandlungssaal empört. «Wo ist das blutige Geld?», riefen sie, wie der Prozessbeobachter und Politiker der Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, twitterte.

Unter den Angeklagten, die derzeit im Gefängnis sitzen, sind auch führende Köpfe der Betreibergesellschaft der Zeche wie der Vorstandsvorsitzende Can Gürkan. Ihm und sieben weiteren Angeklagten drohen lebenslange Haftstrafen wegen Totschlags.

Vor dem Gebäude, in dem die Verhandlungen stattfinden, hatten am Morgen Angehörige demonstriert. Sie trugen ein Banner mit den Namen der 301 toten Bergleute. Die Katastrophe ereignete sich im Mai 2014 in einem Kohlebergwerk im westtürkischen Soma.

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