Parlamentswahl 2015: Davutoğlu beamt AKP-Kandidaten zu ihren Fans

Bei der Auftaktveranstaltung zu den Parlamentswahlen im Juni, wird Premier Ahmet Davutoğlu in der Ankara Arena die AKP-Kandidaten per Watchout-Technologie präsentieren. Im vergangenen Jahr hatte Ex-Premier Erdoğan eine Hologramm-Rede gehalten. Nach verschiedenen Umfragen genießt die Regierungs-Partei eine große Zustimmung bei der Bevölkerung. Doch auch die kurdischen Nationalisten könnten erstmals ins Parlament einziehen.

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu will bei den anstehenden Parlamentswahlen erneut einen Sieg für die AKP einfahren. (Foto: Consilium)

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu will bei den anstehenden Parlamentswahlen erneut einen Sieg für die AKP einfahren. (Foto: Consilium)

In der Ankara Arena wird am Donnerstag anlässlich der Parlamentswahlen im Juni eine Großveranstaltung der türkischen Regierungs-Partei AKP stattfinden. Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu wird alle AKP-Kandidaten per Watchout-Technologie vorstellen, berichtet die Zeitung Milliyet. Watchout hat den Vorteil eines Eyecatcher-Effekts und kann auf Videocubes, Monitoren, Plasmabildschirmen oder Holoscreens angewandt werden. Das Produktions- und Präsentationssystem wird erstmals auf einer Partei-Veranstaltung eingesetzt. Es sollen zudem mehrere Wahlsongs abgespielt werden.

Im vergangenen Jahr wurde bei einer Rede des Ex-Premiers Recep Tayyip Erdoğan erstmals die 3D-Hologramm-Technologie eingesetzt. Etwa 10.000 Menschen wohnten der Erdoğan-Rede im Halkapınar-Sportpalast von Izmir bei.

Die AKP hat gute Chancen, die Parlamentswahlen erneut zu gewinnen. Die Zeitung Taraf hat mit sowohl Aussagen des Chefs des Marktforschungs-Instituts Metropoll, Özer Sencar, als auch die aktuelle Umfrage des Instituts veröffentlicht. Metropoll zufolge sagte 41,7 der Befragten, dass sie der Regierungs-Partei ihre Stimme geben werden. 27,7 Prozent würden für die sozialdemokratische CHP, 17,4 Prozent für die nationalistische MHP und 10,4 Prozent für die kurdisch-nationalistische HDP stimmen. Das würde bedeuten, das die HDP erstmals über die Zehn-Prozent-Hürde kommen und knapp ins Parlament einziehen.

Das dürfte in der kommenden Legislatur-Periode zu turbulenten Debatten im türkischen Parlament führen. Denn die HDP und ihr Vorsitzender Selahattin Demirtaş besteht mehrheitlich aus PKK-nahen „Falken“. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hingegen hat sich bemerkenswerterweise zu einem wichtigen Dialog- und Kooperationspartner der türkischen Behörden entwickelt. Derzeit gibt es eine enge Partnerschaft zwischen Präsident Erdoğan, Abdullah Öcalan und dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistans (KRG) im Irak, Massoud Barzani. Die kurdischen Nationalisten der HDP sind entschiedene Gegner dieser Partnerschaft.

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