Erdoğan kontert US-Hetzkampagne gegen Türkei: “Wir wissen genau, was die Amerikaner vorhaben”

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich gegen die Vorwürfe des Westens gewehrt, die Terrororganisation IS zu unterstützen. Westliche Medien hatten der Türkei zuvor unterstellt, der Terrororganisation beizustehen, indem man Grenzen offengehalten hätte.

Das Bedrohungspotenzial für die Türkei ist immens. Zwei ihrer Nachbarstaaten sind instabil. (Screenshot YouTube)

Das Bedrohungspotenzial für die Türkei ist immens. Zwei ihrer Nachbarstaaten sind instabil. (Screenshot YouTube)

Als die Terrororganisation „Islamischer Staat“ aus Syrien vorrückte, fiel ihr unter anderem türkisches Konsulats-Personal in die Hände. Bis vor einigen Monaten wurden 49 Diplomaten in Mosul festgehalten. Das band der Türkei die Hände bei jeglichem Vorgehen gegen die Islamisten (mehr hier).

Das Bedrohungspotenzial für die Türkei ist immens. Zwei ihrer Nachbarstaaten sind instabil, da das Gewaltmonopol nicht mehr bei der eigentlichen Regierung liegt. Während die IS den Handel mit fossilen Brennstoffen über die türkische Grenze hinweg zuletzt ausweiten konnte, musste die Türkei weitestgehend zusehen. Für die Islamisten war es bislang einfach über die türkische Grenze ins Kriegsgebiet zu kommen.

New York Times in der Kritik

Für ihre Berichterstattung wurde besonders das amerikanische Blatt New York Times kritisiert. Ein Artikel hatte die Türkei als sicheren Raum für die Terroristen dargestellt, um sich hinter der türkischen Grenze mit neuen Rekruten zu versorgen, so die Sabah. Für großes Aufsehen sorgte das Titelbild des Artikels. Es zeigte Präsident Erdoğan und Minister Ahmet Davutoğlu, wie sie eine Moschee verließen. Der Artikel unterstellte den Politikern unterschwellig die IS zu unterstützen, was in der Verbindung mit dem Bild der Moschee für Ärger sorgte. „Fehlleitende Artikel einiger Zeitungen werden den Ruf dieses Landes nicht beschädigen. Wir kennen ihre Absichten sehr gut“, so der Staatspräsident in der Sabah. Für die Bildauswahl hat sich die New York Times mittlerweile entschuldigt.

Der Türkei sind die Hände gebunden

Bis zu 1000 Türken hätten sich bislang der Extremistengruppe angeschlossen, berichtete die «New York Times» unter anderem unter Berufung auf türkische Regierungsangaben. Anziehungspunkte seien sowohl die Ideologie der Miliz als auch die Bezahlung (mehr hier). Ein Problem bleibt die angespannte Situation an den türkischen Außengrenzen.

Trotz der verbesserten türkischen Grenzanlagen und den verschärften Kontrollen zu Syrien und zum Irak scheint sich an der eigentlichen Situation nichts verändert zu haben. Potenzielle Rekruten der Bürgerkriegsparteien passen sich einfach optisch an. Eine Kontrolle ist weniger wahrscheinlich, wenn man westliche Kleidung und ohne Bart nach Syrien einreisen wolle, so WSJ.

Die Außengrenze ist dabei das letzte Hindernis für gläubige Radikale, sich den Dschihadisten in Syrien aber auch im Irak anzuschließen. Von hier aus schließen sich tausende junge Männer aus Großbritannien, Frankreich, Belgien und Deutschland dem heiligen Krieg an. Darauf hatten schon vorher europäische Regierungen, aber auch das Weiße Haus, hingewiesen.

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