Weltkarte der Migration: Deutschland unter den Top 3 der begehrtesten Destinationen

Weltweit gibt es derzeit geschätzte 231 Millionen Migranten. Eine neue, interaktive Weltkarte zeigt jetzt ihre Hotspots. Deutschland gehört nach den USA und Russland zu den begehrtesten Zielen.

Mehr als 231 Millionen Menschen haben im Jahr 2013 im Ausland ein neues Zuhause gefunden. Doch wohin zieht es diese Leute? Gibt es nach wie vor die klassischen Ziele, die schon seit Dekaden immense Anziehungskraft ausüben? Es scheint so: Mehr als 45 Millionen von ihnen zog es nämlich in die USA. In Russland haben sich elf Millionen niedergelassen. Platz drei der Top Ten belegt Deutschland mit gut 9,8 Millionen Migranten. Sie machen somit einen Bevölkerungsanteil von 11,9 Prozent aus. In der Türkei finden sich hingegen nur 1,86 Millionen Migranten. Das hat eine aktuelle Graphik aufgeschlüsselt.

Zu den internationalen Top Ten gehören neben den drei genannten auch Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und schließlich Spanien.

Insgesamt hat Europa mit rund 72,5 Millionen Menschen aber nach wie vor die höchste Anzahl an internationalen Migranten. Asien folgt mit fast 72 Millionen auf Rang zwei. Erst dann folgen Nord- und Latein-Amerika.

Migration ist also kein weltweites, stetig zunehmendes Massenphänomen, sondern konzentriert sich. Ein Fakt, den Forscher des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital in Wien bereits im Jahr 2014 bestätigt haben. Sie haben erstmals global vergleichbare Daten zu weltweiten Wanderungsbewegungen veröffentlicht. Schon ihr Fazit lautete: Die Migration innerhalb der Weltregionen dominiert (mehr hier).

Die beiden Forscher Nikola Sander und Guy Abel haben sich im Frühjahr vergangenen Jahres in die aktuelle Migrationsdebatte in Politik und Medien eingemischt und lieferten bisher fehlende Erkenntnisse über das vermeintlich stetig zunehmende Massenphänomen Migration. Die Diskutanten müssen nun umdenken. Denn: Eine solche, wie oftmals suggeriert, gibt es eigentlich nicht.

Aus ihren im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Artikel „Quantifying Global International Migration Flows“ gehen vor allem zwei Erkenntnisse hervor. So sind zum einen die globalen Migrationsströme zwischen 1990 und 2010 weitgehend stabil geblieben. Zum anderen finden die Wanderungsbewegungen vor allem innerhalb der Regionen Asien, Afrika, Amerika und Europa selbst statt.

Die ÖAW-Wissenschaftler haben ein ein statistisches Modell entwickelt, mit dem auf der Basis von neuen UN-Bestandsdaten die Migrationsströme zwischen 196 Ländern über Fünf-Jahres-Perioden geschätzt werden. Zurückgegriffen wurde dafür auf einen von den Vereinten Nationen publizierten harmonisierten bilateralen Datensatz.

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