„Verrücktes Projekt“: Türkei will Europa und Asien mit gigantischem Tunnel verbinden

Die türkische Regierung hat Pläne für einen riesigen, dreistöckigen Tunnel bekannt gegeben. Dieser soll unter dem Bosporus verlaufen und so Asien mit Europa verbinden. Verläuft alles wie geplant, könnte der Tunnel 2020 seiner Bestimmung übergeben werden.

Das Tunnel-Projekt klingt ambitioniert. Ob es tatsächlich realisiert werden kann, steht auf einem anderen Blatt. (Screenshot Business Insider)

Das Tunnel-Projekt klingt ambitioniert. Ob es tatsächlich realisiert werden kann, steht auf einem anderen Blatt. (Screenshot Business Insider)

Asien und Europa sollen in Istanbul nun ein weiteres Mal unterirdisch verbunden werden. Schon jetzt gibt es den 2013 eingeweihten Marmaray-Tunnel für Züge sowie seinen Zwilling, den noch im Bau befindlichen Avrasya-Tunnel. Dieser soll voraussichtlich 2016 eröffnen. Vier Jahre später könnte dann bereits Verbindung Nummer drei eröffnet werden.

Der jüngste Tunnel unter dem Bosporus soll 6,5 Kilometer lang werden und 110 Meter unter dem Meeresspiegel verlaufen. Hiesige Medien bezeichnen das Bauvorhaben derzeit als „verrücktes Projekt“. Ausländische Medien halten es hingegen für ambitioniert.

Bekannt gegeben wurde das Tunnel-Projekt am 27. Februar vom türkischen Premier Ahmet Davutoğlu, so die Zeitung Star. Demnach bezeichnete der Politiker das Vorhaben als „Vorboten einer neuen Türkei“.

Business Insider zufolge besteht der neue Tunnel sowohl aus Straßen für Autos und einer für die Eisenbahn. Die Züge verkehren auf der mittleren Ebene, die von zwei Autospuren umrahmt wird. Die Kosten sollen sich auf rund 3,5 Milliarden US-Dollar belaufen. Der türkische Verkehrsminister Lütfi Elvan gab an, dass der Staat sich allerdings nicht an den Kosten beteilige. Das ganze Projekt soll durch private Investoren finanziert werden.

Wer den Tunnel letztlich realisiert, soll kurz nach den Parlamentswahlen am 7. Juni dieses Jahres bekannt gegeben werden, so das türkische Nachrichtenportal Worldbulletin. Verlaufe alles nach Plan, werde der Tunnel im Jahr 2020 eröffnet.

Nach Einschätzung von Alex ChristieMiller, einem in Istanbul ansässigen Journalisten, spielen die bevorstehenden Wahlen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Projekts. Er gibt zu Bedenken, dass das wirtschaftliche Klima in der Türkei für derartige Mega-Projekte derzeit eher „säuerlich“ wäre. „Das Problem ist, dass es sehr schwer ist, sich für solche Projekte eine ausländische Finanzierung zu sichern. Daneben kämpft die türkische Regierung damit, genug inländische private Investoren zu finden.In diesem Kontext erscheint es ihm daher sehr gut möglich, dass dieser Tunnel nie umgesetzt werde.

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