Selbstmordanschlag vor US-Konsulat im Nordirak: Auch Türken unter Toten und Verletzten

Unter den Toten bei einem Selbstmordanschlag vor dem US-Konsulat in der nordirakischen Stadt Erbil sind auch türkische Staatsbürger. Zwei der Toten sowie fünf der Verletzten seien Türken, teilte das Außenministerium in Ankara in der Nacht zu Samstag mit.

Zu der Detonation sei es vor einem Café gekommen, das von Türken betrieben und von vielen Ausländern besucht werde, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Aus irakischen Sicherheitskreisen hatte es am Freitag geheißen, neun Einheimische seien getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat, wie die Dschihad-Beobachterplattform Site berichtete.

Vor dem US-Konsulat in der nordirakischen Stadt Erbil hatte am Freitag ein Selbstmordattentäter mehrere Menschen mit in den Tod gerissen. Amerikanische Konsulatsmitarbeiter oder lokale Wachmannschaften seien nicht zu Schaden gekommen, berichtete der US-Fernsehsender ABC unter Berufung auf das US-Außenministerium. In der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion bilden die Bundeswehr und Militärs anderer Nationen kurdische Peschmerga für den Kampf gegen die Terrormiliz IS aus. Am Donnerstag schlossen 500 weitere Peschmerga ihre Ausbildung ab.

Augenzeugen sahen ein Fahrzeug, das sich dem Tor des Konsulats näherte und explodierte. Wachmannschaften hätten das Feuer eröffnet. Rauchsäulen stiegen über dem Ort der gewaltigen Detonation auf.

Erbil ist die Verwaltungszentrale des autonomen Kurdengebiets im irakischen Staatsverband. Die Kurden haben dort ihre eigene Gesetzgebung und ihr eigenes Militär, die Peschmerga-Milizen. Sie verwenden auch eigene staatliche Symbole wie Fahnen und Wappen. Sie arbeiten eng mit den USA zusammen. Anschläge sind in den Kurdengebieten seltener als in den anderen Landesteilen des krisengeschüttelten Iraks.

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