Rockerkrieg auf Deutschlands Straßen: Deutsch-Türken mischen „Hells Angels“ auf

Der deutsch-türkische Rocker Rezan C. wurde wegen seiner kurdischen Herkunft und der Unterstützung der PKK aus dem Motorradclub „Hells Angels“ ausgeschlossen. In Rockerkreisen war er einst ein geachtetes Mitglied, er war Präsident des Chapters „Nomads Turkey Bielefeld“. Seitdem kommt die Szene nicht mehr aus den Medien. Während türkische Clubs den „Brüdern“ in Deutschland das Leben schwer machen, gehen Polizei und Staatsanwaltschaft immer härter gegen die kriminellen Vereinigungen vor.

Rezan C. war zu politisch. Nicht nur einmal hatte er Dinge mit politischem Inhalt auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Er hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er Kurde ist, die Terrororganisation PKK unterstützt und für ein freies Kurdistan eintritt. Damit verstieß er gegen die Leitlinien des sonst unpolitischen Rockerclubs „Hells Angels“. Weil er als höheres Mitglied der Vereinigung geschadet habe, indem er sich politisch engagierte, wurde er „out in bad standing“ entlassen. Das heißt so viel wie „unehrenhaft entlassen“.

Deutsch-Türkische Beziehungen

Während Rezan C. um die Sicherheit seiner Familie fürchten musste, tobte auf deutschen Straßen ein Rockerkrieg, so die Rheinische Post. So drängt etwa der Kriminelle Necati Arabaci auf den deutschen Markt. Er ist Chef der Hells Angels in Izmir. Das endet nicht selten mit gewalttätigen Auseinandersetzungen innerhalb des Clubs selbst. Zuletzt konnte solch ein Konflikt nur durch ein Großaufgebot der Polizei verhindert werden.
Auch Rezan C. war ehemaliger Günstling Arabacis und muss von den Vorgängen in der Szene gewusst haben. Dabei ist Arabaci kein unbekanntes Gesicht in der Szene. Nachdem dieser vom Kölner Landgericht zu neun Jahren Haft verurteilt wurde, schoben die deutschen Behörden Arabaci in die Türkei ab. Dieser formierte sich im türkischen Izmir neu und wird auch dort noch der „Pate von Köln“ genannt. Erst im Mai soll der Pate in Izmir eine große Feier mit über achtzig Clubmitgliedern der Hells Angels gefeiert haben, so Rocker-Blog. Zu der Feier waren auch Mitglieder aus dem gesamten Ruhrgebiet und Zürich geladen. Arabaci gilt vielen Rockern mit türkischen Wurzeln als Vorbild.

Rockerkrieg auf Deutschlands Straßen

Jedoch scheint „der Pate von Köln“ zunehmend seine eigenen Wege zu gehen. Das gemeinnützige Portal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ berichtete ausführlich über die Rockerclubs in dem afrikanischen Land und schloss eine ausführliche Berichterstattung über die deutsche Szene an. Die von der RP und der Bild zitierten Artikel, beinhalten auch ein Gespräch mit dem Direktor des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, Uwe Jacob. In diesem westdeutschen Bundesland sind die Höllenengel besonders aktiv. Jacob bestätigt, dass Unruhen und Diskussionen in den Clubs zu beobachten wären. Es gehe besonders um die Zukunft der deutschen Hells Angels, die Aufnahme weiterer Clubmitglieder und um geschäftliche Entscheidungen. Arabaci treffe Entscheidungen, die mit den deutschen Chartern nicht abgesprochen seien und bilde Parallelstrukturen, so Rocker-Blog.

Höllenengel in Bedrängnis

Die Meinungsverschiedenheiten im Motorradclub selbst und die Probleme mit anderen Clubs werden zunehmend zur Hürde für die Hells Angels. Konflikte werden oft mit brutaler Gewalt gelöst. Zu sehen war das in den Rotlichtvierteln Kölns und in Frankfurt am Main. Dort kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen und es fielen Schüsse. Nur ein großer Polizeieinsatz konnte schlimmeres verhindern, so die Rheinische Post. Seit Jahren herrscht Krieg zwischen den Hells Angels und den „Bandidios“. Laut der Frankfurter Neuen Presse stoppte die Frankfuter Polizei erst kürzlich einen Aufmarsch von über 50 Rocker. Die Konflikte breiten sich zunehmend auch auf den ländlichen Raum aus. Immer wieder wurden Verbindungen der Rocker mit dem rechten Milieu aufgedeckt, , so die SHZ. Auch die Polizei in der Bundeshauptstadt rückt immer wieder zu Großeinsätzen mit mehreren hundert Beamten aus, um gegen die Rocker vorzugehen, so der Focus. Die Rocker sind oft in kriminelle Geschäfte verwickelt.

Verbindungen in das Rotlichmilieu

„Es gibt viele Verbindungen einzelner Mitglieder ins Rotlichtmilieu. Nehmen wir zum Beispiel Frank Hanebuth, Chef des wohl einflussreichsten Verbandes der Hells Angels in Hannover. Er ließ sich ablichten vor einem Hamburger Großbordell – die Bildüberschrift lautete: ,Der Kiez braucht uns‘.“, sagte der Journalist und Szenekenner Stefan Schölermann der Tagesschau . Zunehmend werden die Höllenengel in vielen Städten und Bundesländern gezwungen ihre Kutten und Symbole abzulegen, berichtet diese. Das Zeigen ihrer Symbole ist mit hohen Strafen verbunden und mittlerweile auch in Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Thüringen verboten.

Wie gefährlich die Rocker sind zeigen die Ermittlungen gegen Frank Hanebuth, der ehemalige Rockerchef soll für einen Bombenanschlag in Bayern verantwortlich sein, berichtet die Tagesschau. Aus diesen Gründen sind die Rocker in der Öffentlichkeit ungern gesehen. Auch Moscheen verbieten den Clubmitgliedern mittlerweile den Zugang (mehr hier).

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