Extra-Schwimmzeiten für Muslime: Duisburg erteilt islamischem Wählerbündnis eine Absage

In Duisburg werden künftig keine eigenen Schwimmzeiten für Muslime eingerichtet. Die Stadt lehnte einen entsprechenden Antrag des islamischen Wählerbündnisses „Ummah“ („Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunft“) ab. Der Grund: Hierfür gebe es keine finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen.

Getrennte Schwimmzeiten sind nach Ansichten des Duisburger Stadtoberhaupts ein Rückschritt. (Foto: Flickr/ The pool by Leo Hidalgo CC BY 2.0)

Getrennte Schwimmzeiten sind nach Ansichten des Duisburger Stadtoberhaupts ein Rückschritt. (Foto: Flickr/ The pool by Leo Hidalgo CC BY 2.0)

Das islamische Wählerbündnis hatte im Duisburger Integrationsrat gefordert, die Einrichtung von eigenen Schwimmzeiten und Schwimmkursen für Muslime in städtischen Bädern zu prüfen. Am Donnerstag kam nun die Absage der Stadt.

Duisberg lehnte das Anliegen gleich aus mehreren Gründen ab. „Die Stadt verfüge weder über die finanziellen und personellen noch über die materiellen Ressourcen, um eine solche Forderung umsetzen zu können“, berichtet das Nachrichtenportal der DerWesten. Das Ergebnis des Prüfauftrages habe die Stadt nun dem Integrationsrat zugestellt.

„Ummah“ hatte zuvor ins Feld geführt, dass viele gläubige Muslime Scheu hätten, sich in knapper oder enger Bekleidung insbesondere vor Nicht-Muslimen zu zeigen. Dies hätte etwa beim Schwimmunterricht in Schulen immer wieder zu Diskussionen geführt, so das Blatt weiter. In Grundschulen habe es oft Probleme zwischen Eltern und Lehrern gegeben, weil Migrantenkinder nicht schwimmen könnten. Deshalb sollten nach Ansicht des Bündnisses wöchentlich und flächendeckend Extra-Schwimmzeiten und -kurse in allen Duisburger Bädern eingeführt werden.

In einer ersten Stellungnahmen hatte die Stadtverwaltung mit Bedenken auf den Prüfantrag zu gesonderten Badezeiten für Muslime reagiert. „Wir haben in der Vergangenheit Ähnliches bereits geprüft, mit dem Ergebnis, dass die Anforderungen extrem hoch wären. Fenster müssten blickdicht abgehängt werden, das Badpersonal dürfte nur aus Frauen bestehen“, zitiert das Blatt in einem früheren Beitrag zur Sache Stadtsprecherin Anja Kopka. Neben praktischen und finanziellen Hindernissen sei es außerdem fraglich, ob eine solche Trennung der Integration dienlich wäre, sagt Kopka. Sie betonte: Muslime seien jederzeit in allen Bädern und allen Schwimmkursen willkommen. „Eine Teilnahme ist ohne Probleme auch in einem Burkini möglich.“

Eingebracht wurde der Antrag von Fadime Tekimer. Diese versuchte Mitte Februar gegenüber Bild die Intention zu verdeutlichen:

„Die Möglichkeit für muslimische Bürgerinnen und Bürger Schwimmzeiten in Bädern nutzen zu können, bedeutet gendergetrenntes Schwimmen, aber eben auch möglichst abgeschirmt von Außensicht und mit entsprechenden Bademeistern bzw. Bademeisterinnen. Diese geschlechtergetrennten Schwimmzeiten sollen keineswegs nichtmuslimische Bürgerinnen ausschließen, im Gegenteil.“

Oberbürgermeister Sören Link sieht das anders. Für ihn fußt die Absage an das islamische Wählerbündnis nicht nur auf ökonomischen Zwängen. Für ihn stellt die Einrichung von Extra-Schwimmzeiten ganz klar eine „Separation, nicht Integration“ dar. Er machte deutlich: „Wir gehen hier in Duisburg den Weg eines friedlichen Miteinanders aller Kulturen und Religionen nicht zurück, sondern nach vorne.“

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