Statistisches Bundesamt zu binationalen Ehen: Deutsche sind am häufigsten mit Türken verheiratet

Die Kombination „Deutsch + Türkisch“ kommt in binationalen Ehen hierzulande am häufigsten vor. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) im Rahmen des Mikrozensus herausgefunden. Nach wie vor heiraten die Bundesbürger aber am liebsten untereinander. Nur bei 13 Prozent der Ehepaare hat mindestens ein Part­ner einen ausländi­schen Pass.

Knapp 1,2 Millionen deutsch-ausländische Paare waren 2013 in der Bundesrepublik anzutreffen. (Foto: Flickr/ J+K Wedding-8367-107 by Jason Sussberg CC BY 2.0)

Knapp 1,2 Millionen deutsch-ausländische Paare waren 2013 in der Bundesrepublik anzutreffen. (Foto: Flickr/ J+K Wedding-8367-107 by Jason Sussberg CC BY 2.0)

Ganze 17,6 Millionen Ehepaare waren im Jahr 2013 in Deutschland registriert. Bei sieben Prozent der Ehen hatte ein Partner die deutsche, der andere eine ausländische Staatsangehörigkeit. In sechs Prozent der Fälle besaßen beide Ehepartner einen ausländischen Pass. Somit hatte bei insgesamt 13 Prozent der Ehepaare mindestens ein Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus am Dienstag mit.

Die größte jährliche Haushaltsbefragung in Deutschland ergab, dass ganz überwiegend Deutsche mit Deutschen verheiratet sind. Genauer gesagt ist das in 87 Prozent der hierzulande geschlossenen Ehen der Fall. Das geht aus einer Mitteilung von Destatis hervor.

Knapp 1,2 Millionen deutsch-ausländische Paare waren 2013 in der Bundesrepublik anzutreffen. „Dabei waren Deutsche am häufigsten mit Türkinnen oder Türken verheiratet. 19 % der deutschen Frauen, die eine binationale Ehe führten, hatten einen türkischen Ehemann“, heißt es bei Destatis weiter. Etwas seltener, nämlich in nur 14 Prozent der Fälle, seien deutsche Männer in binationalen Ehen mit einer türkischen Frau verheiratet gewesen.

Hoch im Kurs stehen offenbar auch italienische und österreichische Ehegatten. Demnach besaßen einer deutschen Frau verheiratete ausländische Männer am zweithäufigsten die italienische (12 %) und am dritthäufigsten die österreichische (7 %) Staatsangehörigkeit. Ausländische Ehefrauen deutscher Männer würden hingegen am zweithäufigsten aus Polen (9 %) und am dritthäufigsten aus der Russischen Föderation (8 %) stammen.

Und wie steht es mit Paaren in Deutschland, von denen keiner der Ehepartner die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt? Ingesamt gibt es von ihnen 1,1 Millionen hierzulande. Doch auch sie sind in Sachen Liebe offenbar wenig flexibel, was die Nationalität ihrer Ehepartner betrifft. Immerhin besaßen in diesen Konstellationen 90 Prozent dieselbe Staatsangehörigkeit. Bei rund drei von zehn ausländischen Ehepaaren hätten übrigens beide Partner den türkischen Pass, so Destatis.

Unter Staatsangehörigkeit versteht das Statistische Bundesamt „die rechtliche Zugehörigkeit einer Person zu einem bestimmten Staat“. Dabei würden Personen, die sowohl die deutsche als auch eine ausländische Staatsangehörigkeit besäßen, als Deutsche ausgewiesen. „Der Migrationsstatus bleibt bei dieser Betrachtung unberücksichtigt“, heißt es hierzu.

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