Monsanto will Asien über die Türkei erobern

Monsanto möchte den Standort Türkei ausbauen, um die Märkte in Asien und Europa zu beliefern. Zuvor hatte der Saatgut-Konzern große Investitionen angekündigt. Zudem sollen Produktions-Stätten in der Ukraine und Russland aufgebaut werden. Trotz der westlichen Sanktionen hat Monsanto seine Operationen in Russland nicht gestoppt.

Monsantos genveränderte Mais-Sorte „SmartStax“ produziert selbständig vier verschiedene Insektengifte. (Foto: Flickr/ ChrisDag)

Monsantos genveränderte Mais-Sorte „SmartStax“ produziert selbständig vier verschiedene Insektengifte. (Foto: Flickr/ ChrisDag)

Der US-Agrochemiekonzern Monsanto will seine Position in der Türkei ausbauen, um von da aus die asiatischen und die europäische Märkte mit Produkten zu beliefern. Derzeit verfügt Monsanto in der Türkei neben Produktions-Stätten auch über Test-Labors, berichtet PWC Türkiye.

Im Jahr 2013 kündigte Monsanto den Ausbau seiner Produktions-Anlage in Bursa an. Das Investitions-Volumen beläuft sich auf 30 Millionen US-Dollar. Die Monsanto-Vertreter Elie Assaf sagt, dass die Investition das Verhältnis zu den türkischen Bauern „ernsthaft“ erweitern werde. Aufgrund der Kapazitäts-Erweiterung um 3000 Hektar soll die Produktion von Saatgut von 250.000 Tüten auf 1,2 Millionen Tüten gesteigert werden.

Monsanto verfügt im Land über insgesamt vier Anlagen in Bergama, Çanakkale, Antakya und Bursa. Die Produktions-Fläche in Bursa beläuft sich auf 54.000 Hektar. Der US-Konzern betreibt 150 Saatgut-Shops und hat Kooperations-Verträge mit insgesamt 1.500 Bauern.

In der gesamten Türkei laden Monsanto-Vertreter die Bauern regelmäßig zu Werbe-Seminaren ein. Anfang April fand in der türkischen Provinz Çorum ein derartiges Seminar statt. Monsanto-Vertreter stellten die Mais-Saatgüter „DKC 7221, DKC, 7211, DKC 6315 und C 955“ vor, berichtet Çorum Haber. Den Bauern werden Großernten in kürzester Zeit versprochen.

Nach Angaben des türkischen Abgeordneten Aykut Erdoğdu, der die parlamentarische Kommission für Korruptions-Untersuchungen leitet, soll Der Monsanto-Ableger Turk Delta Pine Bestechungsgelder an türkische Politiker bezahlt haben, um an öffentliche Aufträge ranzukommen, berichtet die Zeitung Evrensel.

Der Ex-Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen, Miguel D’Escoto Brockmann, sagte 2008 auf der Überprüfungskonferenz zu den Millenniums-Entwicklungszielen, dass Monsanto und Cargill von den Nahrungsmittel-Krisen in der Welt profitieren würden. Sie gehören zu den Kontrolleuren der Getreidemärkte. Im Jahr der Nahrungskrise 2007 habe Monsanto seinen Gewinn um 45 und Cargill seinen Gewinn um 60 Prozent gesteigert.

Monsanto plant derzeit die Gründung von zwei Saatgut-Produktionsstätten und zwar in der Ukraine und in Russland. Aus der offiziellen türkischen Webseite des Konzerns geht hervor, dass die Operationen in Russland trotz der Sanktionen offenbar nicht gestoppt wurden.

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