EU plant militärische Aktionen gegen Flüchtlings-Schlepper

Die EU will Militär-Aktionen gegen Flüchtlings-Schlepper im Mittelmeer durchführen. Nach Angaben der Kommission sollen die EU-Staaten nach dem Vorbild der Piraten-Bekämpfung vor der Küste Somalias verfahren. Schiffe von Schleppern sollen gezielt versenkt werden.

Im vergangenen Jahr führte die EU NAVFOR Militär-Aktionen gegen Piraten vor der Küste Somalias durch. Nun soll die EU-Marine gegen Flüchtlings-Schlepper eingesetzt werden. (Foto: Flickr/ counter-piracy operations by Official U.S. Navy Page CC BY 2.0)

Im vergangenen Jahr führte die EU NAVFOR Militär-Aktionen gegen Piraten vor der Küste Somalias durch. Nun soll die EU-Marine gegen Flüchtlings-Schlepper eingesetzt werden. (Foto: Flickr/ counter-piracy operations by Official U.S. Navy Page CC BY 2.0)

Die EU will Militär-Operationen gegen Menschenschlepper durchführen, die Flüchtlinge nach Libyen und von da aus über das Mittelmeer nach Italien schmuggeln. Das wurde auf einer Krisensitzung der Innen- und Außenminister der EU am Montag in Luxemburg beschlossen. EU-Außenvertreterin Federica Mogherini sagte beim Treffen, dass sie auf „Taten statt leere Versprechungen“ hoffe. Am Donnerstag werden sich die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel treffen, um Details zu dem Beschluss auszuarbeiten, berichtet der Guardian.

Die EU-28 wollen eine engere Kooperation mit den Nachbarn Libyens angehen. Dazu gehören Ägypten, Tunesien und Niger. Ziel ist es, die Flüchtlingsströme nach Europa einzudämmen.

„Das sind systematische Anstrengungen, um Flüchtlingsboote, die von den Schmugglern benutzt werden, zu zerstören. Die positiven Ergebnisse der Operation [in Somalia] sollte uns inspirieren, um ähnliche Operationen gegen Schmuggler im Mittelmeer durchzuführen“, meldet die EU-Kommission in einer Mitteilung. Damit will Brüssel nach dem Vorbild der Piratenbekämpfung vorgehen.

In weniger als zwei Wochen sind südlich von Sizilien insgesamt 1.300 Flüchtlinge ertrunken. Der Chef der Menschenrechts-Organisation Save the Children, Justin Forsyth, kritisiert, dass die EU es am Montag versäumt habe, lebensrettende Maßnahmen zu beschließen. Deshalb setze er alle Hoffnungen auf den anstehenden EU-Gipfel.

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