Sex-Shop für Mekka: Muslime können jetzt „halal“ ihrer Lust frönen

Es ist wohl so ziemlich der letzte Ort, an dem man das für möglich gehalten hätte: Doch jetzt soll in der heiligen Stadt Mekka offenbar schon bald ein Sex-Shop eröffnet werden. Dabei ist Saudi Arabien eigentlich für seine besonders strenge Auslegung des Islam bekannt.

In Mekka soll künftig nicht nur gebetet werden können. (Foto: Flickr/ Kaaba by Turki Al-Fassam CC BY 2.0)

In Mekka soll künftig nicht nur gebetet werden können. (Foto: Flickr/ Kaaba by Turki Al-Fassam CC BY 2.0)

Der halal Sex-Shop ist die Idee von Abdelaziz Aouragh. Dieser soll sein Konzept bereits im vergangenen Jahr verkündet haben. Mittlerweile sind seine Pläne wohl so weit ausgereift, dass der Laden kurz vor der Eröffnung steht.

Der künftige Sex-Shop-Besitzer will für sein Vorhaben sogar den Segen eines saudischen Klerikers haben, berichtet Russia Today. Dieser soll ihm nämlich erklärt haben, dass seine Idee „zur Verbesserung der sexuellen Beziehung zwischen Mann und Frau“ führen könnte.

Zunächst soll der Laden 18 als hala bezeichnete Spielzeuge führen, heißt es weiter. Insgesamt wolle man sich ganz auf die Bedürfnisse der besonders strengen Muslime ausrichten und auch nur diese bedienen. Ergo: Vibratoren wird es dort wohl nicht zu kaufen geben. „Unsere Produkte sollen das Empfindungen von Sinnlichkeit und die Atmosphäre zwischen dem Paar in der sexuellen Beziehung verbessern“, erklärt der Ideengeber.

Bereits 2013 ging in der Türkei ein besonderes Erotik-Angebot online. Der Sex-Shop hat sich auf „Helal“-Produkte spezialisiert. Er war damals der erste seiner Art im Land. Neu war die Idee seinerzeit allerdings nicht. Bereits seit 2010 gibt es in Holland den Internet-Sexshop „El Asira“.  Gegründet wurde er ebenfalls von Abdelaziz Aouragh, ein Geschäftsmann niederländisch-marokkanischer Abstammung und praktizierender Muslim. Der damals 29-jährige Unternehmensgründer garantierte dafür, dass seine Produkte einwandfrei nach islamischen Regeln seien. Nachdem er einen hiesigen Imam und der wiederum einen saudischen Scheich kontaktiert hatte, gab es hierzu sogar eine eigene Fatwa. Allerdings sei das Ganze nur in Ordnung, wenn die Produkte ausschließlich innerhalb der Ehe verwendet würden. Explizit danach gefragt wird bei einem Einkauf allerdings nicht (mehr hier).

Angenommen wurde die holländische Seite damals übrigens auf Anhieb. In den ersten vier Tagen sollen es um die 70.000 Hits gewesen sein, berichtete damals der Telegraph. Für sein Projekt in Mekka hofft er nun auf deutsche Unterstützung. Dem Blatt zufolge ginge es um niemand Geringeres als das Unternehmen Beate Uhse. Die Marke ist einer der größten Einzelhändler von Sex-Spielzeug in Europa und arbeitet mit Aouragh bereits in dessen niederländischen Firma zusammen.

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