Chef-Ökonom der Citigroup fordert die Abschaffung von Bargeld

Weil mit Bargeld die Negativ-Zinsen umgangen werden können, fordert der Chefökonom der Citigroup, Willem Buiter, die Abschaffung von Cash. Bei Straf-Zinsen sei es nur logisch, dass Bank-Kunden ihre Einlagen abziehen. Dies müsse mit dem Verbot verhindert werden.

Früher hatte Bargeld auch einen hohen künstlerischen Wert - was auch ein Grund war, warum man die Scheine gerne zu Hause aufbewahrt hat. (Foto: DWN)

Früher hatte Bargeld auch einen hohen künstlerischen Wert – was auch ein Grund war, warum man die Scheine gerne zu Hause aufbewahrt hat. (Foto: DWN)

Willem Buiter, Chefökonom der Citigroup, fordert die Abschaffung von Bargeld. Denn er ist der Auffassung, dass in schwachen Konjunkturphasen die Notenbanken die Zinsen immer weiter senken würden, berichtet Bloomberg. Unter die Null-Grenze könnten die Zinsen hingegen kaum gedrückt werden, da die Anleger in Bargeld ausweichen würden. Bargeld bietet den Anlegern eine gute Möglichkeit, um Negativ-Zinsen zu umgehen. Dies könnte mit dem Verbot verhindert werden.

Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff schlug schon vergangene Woche die vollständige Abschaffung von Bargeld vor
. „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leichter Negativzinsen durchsetzen, um so die Wirtschaft anzukurbeln“, sagte er bei einer Vorlesung in München. „Außerdem könnten Steuerflucht und Drogenkriminalität besser bekämpft werden“, fügte er hinzu. „Papiergeld ist das entscheidende Hindernis, die Zentralbank-Zinsen weiter zu senken. Seine Beseitigung wäre seine sehr einfache und elegante Lösung für dieses Problem“. Außerdem wären die Bürger dann gezwungen, jeden Cent den Finanzbehörden zu melden.

Der Chef-Analyst der Baader Bank, Robert Halver, sieht als Folge der Einführung von Negativ-Zinsen die Abschaffung von Bargeld in zahlreichen europäischen Staaten. „Wenn Bargeld abgeschafft wird, kann sich auch niemand mehr gegen Negativ-Zinsen wehren“, sagte Halver den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Die Furcht der Regierenden vor einem Bank-Run sei groß.

In Österreich hat eine Studie von Wissenschaftler der Wirtschafts-Universität Wien berechnet, dass Karten- statt Bargeldzahlungen die Volkswirtschaft um hunderte Millionen Euro entlasten könnten. Die Studie haben die Forscher im Auftrag der Bankomatkarten-Betreiberin Payment Services Austria erstellt.

Die Presse zitiert WU-Professor Guido Schäfer: „Eine Bargeldzahlung kostet pro Euro Umsatz im Schnitt 2,6 Cent, eine Kartenzahlung hingegen 0,8 Cent. Im Schnitt werden pro Barzahlung 15 Euro ausgegeben – was volkswirtschaftlich gesehen 40 Cent kostet“. Schäfers Kollege Hanns Abele geht von jährlichen Einsparungen – wenn ständig mit Karten bezahlt wird – von 150 bis 300 Millionen Euro aus.

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