Türkei  kümmert sich um Flüchtlinge: UN legt Fokus auf Istanbul

Die Türkei ist für die Vereinten Nationen unverzichtbar. Sowohl in der internationalen Politik als auch in der Flüchtlingsfrage ist die Türkei durch ihre geostrategische Lage zu einem wichtigen Partner geworden. Im Jahr 2015 könnte die Zahl der syrischen Flüchtlinge die 2,5 Millionen-Marke übersteigen.

Auch viele Kinder suchen Schutz in der Türkei. (Foto: Flickr/Gaziantep, Turkey by Minamie's Photo (CC BY 2.0))

Auch viele Kinder suchen Schutz in der Türkei. (Foto: Flickr/Gaziantep, Turkey by Minamie’s Photo (CC BY 2.0))

Mit einem feierlichen Festakt wurde am 23.4.2015 das neue Zentrum der Vereinten Nationen in Istanbul eröffnet. Es soll Anlaufstelle für viele Entwicklungsländer werden und nah mit den in Europa beheimateten Institutionen zusammenarbeiten. Weiterhin wird es dem UN Kinderhilfswerk (UNICEF) und dem UN Regionalbüro für Frauenrecht eine Heimat geben. Diese neue Entwicklung wird Istanbul in den kommenden Jahren unverzichtbar für die internationale Politik machen.

Weiterhin wurden über die Lage der Flüchtling in der Türkei und die Situation in Syrien gesprochen. Ausdrückliches Lob bekam die Türkei für die Situation in den Flüchtlingslagern nahe der syrischen Grenze. Diese zählen als die Besten der Welt.

Türkei ist größtes Aufnahmeland von Flüchtlingen

„Die Türkei ist jetzt der größte Gastgeber für Flüchtlinge überhaupt auf der Welt. Das Land macht unfassbare Zugeständnisse an syrische Flüchtlinge auf eigene Kosten. Das ist die beste Praxis der Welt“, sagte Helen Clark, Chefin des UN Entwicklungsprogrammes, über die Lage der Flüchtlinge in der Türkei. Sie zeigte sich beindruckt vom größten türkischen Flüchtlingscamp nahe der Stadt Gaziantep. Laut eigenen Angaben sei dies das Beste der Welt, so Clark in der Hurriyet. Insgesamt schätzte sie die Lage der Flüchtlinge weltweit als zunehmend kritisch ein. Es seien nicht nur die Flüchtlinge aus Syrien oder dem Irak, die betroffen seien, sondern auch die zahlreichen afrikanischen Flüchtlinge die im Mittelmeer sterben, so Clark. Alleine in der vergangenen Woche sind vor der Küste Europas 900 Menschen ertrunken, so die Sabah. Es sei besonders die verheerende Lage in den Heimatländern dieser Menschen, die diese dazu bringe nach Europa überzusetzten.

Zahl der Flüchtlinge nimmt zu

Man vermutet, dass sich mittlerweile 1,7 Millionen Syrer und 300000 Iraker in der Türkei aufhalten. Diese enorme Menge wird tendenziell jedoch zunehmen, da die Konflikte in der Region anhalten. Das Flüchtlingswerk der UN geht von mehr als 800.000 zusätzlichen Flüchtlingen aus den betroffenen Gebieten im Nahen Osten aus. Auch wenn ein Teil dieser Flüchtlinge vom Libanon und Jordanien aufgenommen werden können, wird der größte Teil dieser Menschen Unterschlupf in der Türkei finden. Schon in der Vergangenheit hatte die Türkei sechs Milliarden Dollar für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt, so die Hurriyet. Clark nahm in diesem Zusammenhang auch Deutschland in die Pflicht, dessen Ausgaben für Flüchtlings- und Entwicklungshilfe zuletzt stagnierten.

 Türkei unabkömmlich

Dass die Türkei entschlossen ist, politische Verantwortung zu übernehmen, hatte das Land schon in der Vergangenheit bewiesen. Mittlerweile trägt die Türkei 7,3 Prozent aller humanitären Hilfsgelder weltweit. Damit ist sie drittgrößter Geldgeber nach den USA und Großbritannien. In kürzester Zeit hatte Ankara die Ausgaben um 591 Millionen US-Dollar erhöht. Im Jahr 2013 gab Ankara insgesamt 1,6 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe aus, so die Sabah. Die Wahl Istanbuls als weiterer UN-Standort ist somit nachvollziehbar. „Istanbul ist somit das zweite diplomatische Zentrum global nach New York“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu der Hurriyet.

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