Terror-Staatsanwalt: Islamisten halten sich nicht an Grenzen

Im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus rücken internationale Ermittler zusammen. In Paris suchen sie nach Antworten auf grenzübergreifende Bedrohungen.

Gut drei Monate nach der Terrorserie von Paris suchen Ermittler aus 34 Ländern in der französischen Hauptstadt nach Möglichkeiten der Kooperation. Internationale Zusammenarbeit von Justiz und Behörden ist aus Sicht des für Terrorismus zuständigen französischen Staatsanwaltes François Molins ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung islamistischer Fundamentalisten. «Terroristen halten sich nicht an Grenzen», sagte Molins zum Auftakt eines Treffens von Staatsanwälten, Ermittlern und Justizexperten aus 34 Ländern in Paris.

Molins wies im Sender France Info darauf hin, nicht alle Staaten hätten den nötigen Willen zur Kooperation. Aus seiner Sicht bleibt es schwer, der Bedrohung zu begegnen: «Null Risiko gibt es nicht.»

Auch nach dem vor einer Woche vereitelten Anschlag auf eine Kirche südlich von Paris sucht die Staatsanwaltschaft weiter nach Verbindungen, so die dpa. Der mutmaßliche Islamist sitz in Untersuchungshaft. Am Sonntag war bekanntgeworden, dass drei weitere Verdächtige festgenommen wurden. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, ob es sich um echte Komplizen handele, sagte Molins dem Sender Europa 1.

Der Verdächtige, der auch für den Mord an einer Frau verantwortlich gemacht wird, soll nach ersten Ermittlungen Kontakte nach Syrien gehabt haben. Nach Angaben des Justizministeriums vom Montag wurden in Frankreich bisher 125 Terrorismusverfahren im Zusammenhang mit Syrien eröffnet. Die Ermittlungen liefen gegen 166 Verdächtige.

Mehr zum Thema:

Anti-Terror-Gesetze: Frankreich plant eigenen Patriot Act
Brzeziński: Amerika darf nicht Feind Nummer 1 des Islam werden
Attentat von Paris: Terroristen treiben Spaltung Frankreichs weiter voran

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.