Wirbel um PEN-Preis für „Charlie Hebdo“: Gegner werfen Satirezeitschrift „kulturelle Intoleranz“ vor

Die Auszeichnung der Pariser Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» mit dem PEN-Preis für Mut und Meinungsfreiheit sorgt in den USA für Ärger. Aus Protest haben sechs Schrifsteller ihre Teilnahme an der Preisgala abgesagt. Sie werfen dem Blatt «kulturelle Intoleranz» vor.

Im Januar kam es zum kaltblütigen Mord an 12 Menschen in der Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“. (Foto: Flickr/ Chaos à Charlie by thierry ehrmann CC BY 2.0)

Im Januar kam es zum kaltblütigen Mord an 12 Menschen in der Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“. (Foto: Flickr/ Chaos à Charlie by thierry ehrmann CC BY 2.0)

Sechs Schriftsteller, darunter Michael Ondaatje, Teju Cole und Rachel Kushner, hätten aus Protest gegen die Ehrung ihre Teilnahme an der Preisgala am 5. Mai abgesagt, berichtete die «New York Times» am Montag. Kushner begründete das mit der «kulturellen Intoleranz» der Zeitschrift. Auf die Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo», die immer wieder religionskritische Karikaturen veröffentlicht hatte, war im Januar ein Anschlag von Islamisten verübt, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen.

Der Schriftstellerverband PEN zeigte sich überrascht von der Ankündigung der sechs Mitglieder. «Wir wussten alle, dass es eine in einigen Hinsichten kontroverse Entscheidung war», sagte PEN-Präsident Andrew Solomon. «Aber ich hätte nicht gedacht, dass das Thema diese speziellen Bedenken bei diesen speziellen Autoren auslösen könnte.»

Der frühere PEN-Präsident und Bestseller-Autor Salman Rushdie kritisierte die Bedenken der Schriftsteller als «entsetzlich falsch». «Wenn PEN als Organisation der Meinungsfreiheit nicht die Menschen verteidigen und feiern kann, die dafür getötet worden sind, Bilder zu zeichnen, dann ist die Organisation ihren Namen nicht wert.»

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