Erdbeben in Nepal: Türkische Touristen filmen Chaos in Kathmandu

Türkischen Touristen ist eine Videoaufnahme des verheerenden Erdbebens in Nepal gelungen. Sie filmten das Geschehen auf dem bekannten Durbar Platz in Kathmandu. Dort wurden durch die Naturkatastrophe am Wochenende die meisten Tempel vollständig zerstört.

Das nun im Internet aufgetauchte Video ist etwas mehr als eine Minute lang und zeigt die Szenerie auf dem historischen Durbar Square der nepalesischen Hauptstadt. Erstellt wurde das Filmmaterial von den beiden türkischen Touristen Sibel und Dincer Y., die sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf der fünften Etage eines Café mit Blick auf den Platz befanden.

Zunächst schwenkt die Kamera ganz ruhig über die Dächer hinweg. Dann beginnt die Erde plötzlich zu wackeln. Die Bilder werden chaotisch. Flaschen zerbrechen, Menschen schreien, Vögel steigen in den Himmel auf. Staubwolken verdunkeln den Blick.

Das Beben hat in Nepal eine Reihe von historischen Kulturgütern vollständig zerstört. Allein in der Haupstadt sind alle sieben Welterbestätten betroffen. Am gefilmten Durbar Square ist so gut wie alles in Schutt und Asche. Viele von ihnen bildeten den Lebensnerv der Tourismusindustrie Nepals. Die UNESCO plant offenbar, die zerstörten Welterbestätten wieder zu errichten. „Wir sind relativ zuversichtlich, dass sich viele Anlagen wiederaufbauen lassen“, zitiert das Luxemburger Wort den Unesco-Repräsentant in Kathmandu, Christian Manhart. „Wie haben unzählige Fotos der Anlagen und für alles detaillierte Pläne und Messungen“, so der aus Deutschland stammende Experte weiter. „Aber das wird Jahrzehnte dauern und viel Geld kosten“, ergänzte Manhart.

Mittlerweile ist klar: Die Zahl der Todesopfer könnte auf rund 10.000 ansteigen, berichtet das britische Blatt The Independent unter Berufung auf die jüngste Erklärung des nepalesischen Premierministers. Die aktuelle Zahl der Todesopfer liege demnach bei 4.349 Menschen. Die UNO schätzt, dass acht Millionen Menschen von dem verheerenden Erdbeben betroffen seien. Mehr als 1,4 Millionen davon bräuchten Nahrungsmittel, so das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA).

Eine Maschine der halbstaatlichen türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines ist am Sonntag mit 242 Menschen an Bord sicher aus dem Katastrophen-Gebiet in Nepal zurückgekehrt. Unter den Passagieren befanden sich auch die beiden türkischen Staatsbürger, die das Ganze gefilmt hatten (mehr hier).

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