Erdbeben in Nepal: Türkei schickt Katastrophenschutz

In Nepal sind mehrere Tausend Menschen an den Folgen eines schweren Erdbebens gestorben. Kurz nach dem Schock beginnen nun die Aufräumarbeiten und die Suche nach Überlebenden in den Trümmern. Zur Unterstützung waren in kürzester Zeit auch viele türkische Kräfte zur Stelle. Diese konnten schon die ersten Überlebenden bergen.  

Während viele entlegene Gegenden noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind und dorthin jeder Kontakt fehlt, haben die Bergungsarbeiten in anderen Regionen Nepals bereits begonnen. Während andernorts die Trümmer beseitigt werden, kann man in den Häusern oft auch noch Lebende bergen. Besonders der Mangel an schwerem Gerät macht den Rettungskräften sehr zu schaffen. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Um die Menschen im Land zu unterstützen, haben türkische Hilfsorganisationen und der staatliche Katastrophenschutz schnell reagiert und Material und Spezialkräfte in die Region gebracht.

Türkei reagiert schnell

Der staatliche Katastrophenschutz (AFAD) entsandte sofort 35 Spezialisten, die Rettungsmissionen und eine medizinische Versorgung sicherstellen sollen. Weitere 45 Retter sollen im Laufe des Sonntags folgen und vor allem medizinische Hilfe leisten, so die Sabah. Währenddessen steigt die Seuchengefahr rasant, solange sich noch Tote in den trümmern befinden. Erst kürzlich hatte ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,3 das Land wieder in Aufruhr versetzt. Das Beben im Samstag hatte mit einer Intensität von 7,3 auf der Richterskala große Teile der nepalesischen Infrastruktur zerstört, so der Worldbulletin.

Türkischer Halbmond schickt Nahrungspakete

Auch andere türkische Hilfsorganisationen waren nicht untätig. Der türkische Halbmond konnte eine erste Hilfslieferung mit 1000 Laken und 300 Essenspakete in die Erdbebenregion bringen. Die nicht-staatliche Hilfsorganisation AKUT schickte ihre Rettungsteams von der Türkei nach Nepal.  „Wir können die Größe des Schadens noch nicht abschätzen, aber das könnte eines der tödlichsten und zerstörerischsten Erdbeben seit dem Beben von 1934 gewesen sein, das damals Nepal und Bihar heimsuchte“,  sagte Jagan Chapagain, der Leiter der Föderation des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds im Raum Asien. Das Epizentrum habe sich nur ungefähr 80 Kilometer entfernt der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu befunden, so dieser in der Sabah. Neben den Tausenden Toten hat der Staat an den Füßen des Himalayas auch den Verlust eines Großteils seiner Kulturstätten zu beklagen.

Die türkischen Rettungskräfte konnten zuletzt wichtige Erkenntnisse im eigenen Land sammeln. Im türkischen Van hatten im Jahr 2011 zwei Beben große Zerstörung angerichtet und zahlreiche Todesopfer gefordert. Dort hatte das Vorgehen der türkischen Rettungskräfte für Kritik gesorgt. Man warf besonders dem AFAD mangelnde Koordination und schlechte Ausrüstung vor (mehr hier). Besonders die Ablehnung deutscher Hilfe hatte für viel Unverständnis gesorgt. Als die Mitglieder der Hilfsorganisation Disaster Response Team Germany (DTRG) die Bilder der Erdbeben-Katastrophe in der Türkei sahen, wurden sie damals umgehend aktiv. Die türkische Botschaft begrüßte das Hilfsangebot der DTRG auf Nachfrage und wünschte dem Team  viel Erfolg. Die türkische Katastrophenschütz-Behörde (AFAD) war da anderer Meinung. Am Flughafen kam überraschend die Absage. Das deutschen Rettungsteam musste kurz vor Abflug den Flughafen wieder verlassen. Wobei Rettungskräfte und Sanitäter in Anbetracht von tausenden Toten dringend benötigt wurden (mehr hier).

Während sich in der Hauptstadt dramatische Szenen abspielten, konnten türkische Rettungskräfte schon die ersten Menschen lebend aus den Trümmern befreien, so der Telegraph. In der gleichen Zeit verlassen viele Menschen die Hauptstadt, um sich vor einstürzenden Gebäuden zur retten.  Viele von den nun Obdachlosen schliefen unter freiem Himmel, um nicht von Gebäudeteilen erschlagen zu werden.

Opfer landen in Istanbul

Offenbar konnten einige türkische Touristen dem Himalaya-Beben mit Tausenden Toten entkommen. Am Sonntag landete ihre Maschine aus Nepal auf dem Istanbuler Atatürk Flughafen. Im Katastrophengebiet selbst herrschen nach wie vor chaotische Zustände. Dem türkischen Tourist zufolge sei die Lage vor Ort katastrophal. Die Menschen bräuchten dringend Unterstützung. Decken, Zelte und Wasser seien jetzt die vorrangigsten Güter, die gebraucht würden (mehr hier).

Mehr zum Thema

Erdbeben in Nepal: Türkische Touristen filmen Chaos in Kathmandu

Rettung aus der Hölle von Nepal: Türkische Bürger wieder sicher in Istanbul gelandet

Zivilschutz-Experten: Türkei hat beim Erdbeben völlig versagt!

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.