Türkischer Heiratsmarkt: Syrische Importbräute lösen Russlands Damen ab

Türkische Frauen haben es auf dem Heiratsmarkt derzeit mit harter Konkurrenz aus dem Ausland zu tun. Waren es zunächst russische Damen, die die Männer in der Türkei für sich gewinnen konnten, sind es jetzt vor allem Frauen aus Syrien. Sie erscheinen offenbar loyaler und gehorsamer als die einheimischen Kandidatinnen.

Türkische Männer finden derzeit offenbar vermehrt Gefallen an Frauen aus dem benachbarten Syrien. Noch vor nicht allzu langer Zeit gehörte ihr Herz den russischen Damen. Die Brautschau im Ausland hat lange Tradition. In den vergangenen Jahrhunderten waren es Ukraininnen, Tscherkessinnen und andere.

„Ich nenne es die unerklärliche Leidenschaft türkischer Männer für ausländische Frauen“, schreibt die türkische Hürriyet-Reporterin Belgin Akaltan. Bereits in der Vergangenheit hat sie sich mit diesem Thema auseinander gesetzt. Doch die Faszination scheint ungebrochen. Die Gründe liegen ihrer Meinung nach auf der Hand: „Ausländische Frauen sind hübsch; sie erscheinen geheimnisvoll, weil sie Ausländerinnen sind. Sie erwecken in türkischen Männern die Lust, um sie zu kämpfen und sie zu erobern.“ Es herrsche die Meinung, dass Frauen aus dem Ausland leichter für Sex zu haben wären. Und obendrein glaubt man, dass die gemeinsamen Kinder aufgrund ihrer Schönheit noch ansehnlicher werden würden.

Warum auch die Damen so viel Gefallen an türkischen Männern finden, ist für die Autorin ebenfalls klar: „Ich schätze, dass ausländische Ehefrauen und Freundinnen keine Ahnung haben, wer ihr türkischer Mann wirklich ist.“ Zum einen gäbe es da natürlich die Sprachbarrieren. Aber auch kulturelle Unterschiede spielten eine Rolle. Oberflächlich betrachtet könnte da wohl jeder auf den ersten Blick wie ein anständiger Kerl wirken.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt seien überdies die türkischen Frauen selbst. Diese hätten im Gegensatz zu den ausländischen Damen hohe Erwartungen. Türkische Männer wiederum würden genau jene anspruchslose Haltung lieben. Sie selbst kenne einen gut situierten türkischen Mann, der seiner russischen Gattin ein ganzes Jahr lang keine Waschmaschine gekauft habe. Er hätte sogar damit geprahlt, dass seine Frau die gesamte Wäsche mit der Hand bewältigt habe. Natürlich könnte man diesen Vorwurf nicht auf alle türkischen Frauen münzen. Auf der anderen Seite scheint für Akaltan aber festzustehen: „Ja, türkische Männer mögen SklavenFrauen.

Für syrische Frauen sei die Lage aufgrund des Bürgerkriegs derzeit besonders prekär. Nun sei ihr zu Ohren gekommen, dass türkische Männer genau sie besonders gerne zur Frau nehmen würden. Hierfür reisten sie in den Südosten des Landes. Das Ganze hätte für sie nicht nur eine „tragikomische Absurdität“, sondern auch eine durchaus amüsante Komponente. Denn als Gründe für diesen Trend sei ihr Folgendes vorbracht worden: Türkische Männer heiraten jetzt syrischen Frauen, weil sie ihren Ehemännern nicht widersprechen. Außerdem sind sie treu und gehorsam.“

Berichtet hatte darüber Constanze Lesch im Guardian. Sie schrieb am 8. September darüber, dass sich eine wachsende Zahl von syrischen Frauen, die dem Konflikt entflohen sind, dazu entschließen würden, einen türkischen Mann zu heiraten. Ein Heiratsvermittler brüstete sich mit einer hohen Verkupplungsquote. Gefragt sei er bei Männern aus der gesamten Türkei, die genau jenen Vorurteilen aufsitzen würden. Die türkische Autorin ist irritiert: Warum können ihre Landsmänner den Sprung in die Neuzeit nicht vollziehen? Wo liegen ihre Probleme mit unabhängigen, starken Frauen? Sie selbst würde jedenfalls keinen Partner wollen, der nur gehorcht.

Vor kurzem war die Stimmung unter türkischen Männern übrigens noch eine ganz andere. Russische Frauen passten gut zur türkischen Familienstruktur und seien in der Türkei gerne gesehen, meinte sogar der damalige türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu Anfang 2012. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätten es gerne noch mehr werden können (mehr hier).

In der Tat waren zum damaligen Zeitpunkt rund 18.000 Frauen russischer Herkunft allein in Antalya mit türkischen Männern verheiratet. Trotz der ähnlichen Familienstruktur, die Außenminister Davutoğlu bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Lawrow in Russland ansprach, zeichneten sich jedoch auch Probleme in den bikulturellen Ehen ab. Nach Angaben einer Studie des Russischen Freundschafts- und Kulturverbands sei es für russische Frauen und türkische Männer einfach, sich zu verlieben und zu heiraten, der springende Punkt sei jedoch, die Ehe aufrechtzuerhalten. Vor allem aufgrund von Unterschieden in Kultur und Religion würde nicht selten der Weg der Scheidung gewählt werden (mehr hier).

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