Überraschung in Riad: Saudischer König Salman regelt Thronfolge neu

Vor drei Monaten stieg der saudische König Salman auf den Thron. Nach den Luftangriffen im Jemen setzt er erneut Akzente und ernennt seinen Neffen zum Kronprinzen - eine Entscheidung mit großer Tragweite.

Die Entscheidung von König Salman hat große politische Tragweite. (Foto: Flickr/ 131209-D-BW835-554 by Chuck Hagel CC BY 2.0)

Die Entscheidung von König Salman hat große politische Tragweite. (Foto: Flickr/ 131209-D-BW835-554 by Chuck Hagel CC BY 2.0)

In einem überraschenden Schritt hat der saudische König Salman rund drei Monaten nach seiner Machtübernahme die Thronfolge im Königreich neu geregelt. Zum Kronprinzen ernannte der Monarch am Mittwoch in einem Erlass seinen Neffen Prinz Mohammed bin Naif. Der 55-Jährige löst den bisherigen Thronfolger Mukrin ab, der auch den Posten als erster stellvertretender Ministerpräsident verlor.

Die Entscheidung ist von großer Tragweite. Mit Mohammed bin Naif könnte nach Salmans Tod erstmals ein Enkel des ersten saudischen Monarchen Ibn Saud König werden und einen Generationswechsel in dem streng islamisch-konservativen Land einleiten. Bislang waren nur Söhne des Staatsgründers auf den Thron gestiegen.

«Dies ist ein politisches Erdbeben größten Ausmaßes», sagte Khalil Jahshan, Direktor des Arab Centre of Washington dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. «Das Saudi-Arabien, was wir vor ein paar Stunden kannten, gibt es nicht mehr.»

Mohammed bin Naif war in den vergangenen Jahren für die Anti-Terror-Politik Saudi-Arabiens verantwortlich. Er genießt einen Ruf als effizienter Administrator. «Seine Ernennung ist eine gute Nachricht, da sich die Königsfamilie auf einen jüngeren Kandidaten einigen konnte», sagte der Golf-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, der Deutsche Presse-Agentur.

König Salman ernannte zudem seinen Sohn Prinz Mohammed bin Salman zum stellvertretenden Kronprinzen. Er ist zugleich Verteidigungsminister. Außerdem wurde Außenminister Saud al-Faisal durch den bisherigen Botschafter des ölreichen Königreiches in Washington, Adil al-Dschubir, ersetzt. Er ist damit der erste saudische Chefdiplomat, der nicht dem Königshaus angehört.

Saudische Medien meldeten, der bisherige Kronprinz Mukrin habe um seine Ablösung gebeten, während al-Faisal seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen abgab. Der 75-Jährige hatte das Amt 1975 übernommen. Das Volk wurde in einer offiziellen Mitteilung aufgefordert, dem neuen Kronprinzen und dem Stellvertreter die Treue zu schwören, meldete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.

Salman hatte Ende Januar nach dem Tod von König Abdullah den Thron bestiegen. Damals kündigte er an, die Politik seines Vorgängers fortsetzen zu wollen. Mit dem militärischen Eingreifen im Nachbarland Jemen begann Saudi-Arabien nur wenige Wochen später eine deutlich aggressivere Regionalpolitik.

Die saudische Luftwaffe und ihre arabischen Verbündeten bombardieren seit Ende März Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Damit unterstützt die Koalition den jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Huthis ins Ausland geflohen ist. Die Luftangriffe richten sich indirekt aber auch gegen den ebenfalls schiitischen Iran. Das sunnitische Saudi-Arabien wirft Teheran vor, die Rebellen im Jemen zu unterstützen.

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