Innenminister Beuth: Terroristischer Anschlag in Hessen verhindert

Hessens Behörden haben nach Angaben von Innenminister Peter Beuth mit der Festnahme eines Ehepaars in Oberursel bei Frankfurt einen Terroranschlag verhindert. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds.

Anschläge islamistischer Extremisten und Terroristen konnten bisher in Deutschland - bis auf einen - vereitelt werden oder schlugen fehl. (Foto: Flickr/ Schriftzug Polizei by Marco CC BY 2.0)

Anschläge islamistischer Extremisten und Terroristen konnten bisher in Deutschland – bis auf einen – vereitelt werden oder schlugen fehl. (Foto: Flickr/ Schriftzug Polizei by Marco CC BY 2.0)

Hessens Behörden haben nach Angaben des Innenministers mit der Festnahme eines Ehepaars in Oberursel bei Frankfurt einen Terroranschlag verhindert. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds, sagte der CDU-Politiker Peter Beuth am Donnerstag in Wiesbaden.

Nach den Worten des Innenministers gab es Anschlagspläne. Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des Paars in der Nacht zum Donnerstag bestätigt. Dem Zugriff seien wochenlange Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft vorausgegangen. Weitere Details wollte Beuth nicht nennen.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bestätigt, dass bei der Durchsuchung eine selbst gebaute Bombe gefunden worden sei., berichtet die dpa Es habe allerdings keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gegeben, sagte Behördensprecher Stefan Rojczyk. Bei den Festgenommenen handle es sich um einen 35 Jahre alten Mann und eine 34 Jahre alte Frau. Der Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau Türkin.

In der Wohnung seien auch ein Gewehr und scharfe Munition gefunden worden. Der Mann habe vor Jahren Verbindung zur Sauerland-Gruppe gehabt, die 2007 Anschläge geplant hatte. Ob es aktuelle Verbindungen zur Salafisten-Szene gebe, sei unklar, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt.

Anschläge islamistischer Extremisten und Terroristen konnten bisher in Deutschland – bis auf einen – vereitelt werden oder schlugen fehl. Die wichtigsten Vorfälle der vergangenen Jahre:

Dezember 2012: Im Bonner Hauptbahnhof wird ein Sprengsatz gefunden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund aus. Die in einer Sporttasche entdeckte Bombe wurde wohl ausgelöst, detonierte aber nicht. Im März 2013 werden vier Verdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Splittergruppe «Pro NRW» geplant haben sollen. Einer von ihnen soll die Bombe in Bonn deponiert haben. Den mutmaßlichen Terroristen wird seit September 2014 vor dem Düsseldorfer Landgericht der Prozess gemacht.

April 2011: Ermittler nehmen in Düsseldorf drei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder fest, die einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben. Im Dezember 2011 wird in Bochum ein viertes mutmaßliches Mitglied der «Düsseldorfer Zelle» gefasst. Die vier Männer werden Ende 2014 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

März 2011: Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Der Mann gilt als extremistischer Einzeltäter. Im Februar 2012 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.

September 2007: Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. Vor Gericht müssen sich die vier Mitglieder wegen der Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verantworten. 2010 werden sie zu bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Juli 2006: Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Regionalzügen Bomben gefunden. Nur wegen eines falschen Gasgemisches waren sie nicht explodiert. Im Dezember 2008 wird der «Kofferbomber von Köln» zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser für die Tat waren laut Urteil Mohammed-Karikaturen in Zeitungen.
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