Sabotage um jeden Preis: Erdoğan und Öcalan sollen „beseitigt“ werden

Der Kurdenkonflikt könnte erneut aufflammen. Der Friedensprozess zwischen Kurden und Türken ist in Gefahr. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der PKK-Chef Öcalan sollen „beseitigt“ werden. Das geht aus abgehörten Gesprächen hervor, die auf Youtube abrufbar sind.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat nicht nur in der Türkei, sondern auch im Nahen Osten, im Kaukasus und auf dem Balkan viele Fans. (Foto: Offizieller Internetauftritt der AKP).

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat nicht nur in der Türkei, sondern auch im Nahen Osten, im Kaukasus und auf dem Balkan viele Fans. (Foto: Offizieller Internetauftritt der AKP).

Offenbar sollen Präsident Erdoğan und Kurdenführer Öcalan ermordet werden.

Das geht jedenfalls aus einem Gespräch zwischen dem Bauunternehmer Süleyman Hamit Müftigil und einem Journalisten der Zeitung Sözcü hervor. Das Gespräch wurde am 26. Oktober 2013 abgehört und ist aktuell auf Youtube abrufbar.

Müftigil sagt dem Journalisten, dass am 28. Oktober 2013 eine Kurdenkonferenz in Washington D.C. stattfinden soll. Der HDP-Politiker Selahattin Demirtaş und die gesamte kurdische Diaspora seien eingeladen. Auch der syrische Kurdenführer Salih Muslim sei eingeladen. Die Teilnehmer seien allesamt Gegner Abdullah Öcalans.

Sie seien nicht interessiert am Friedensprozess, der von Erdoğan und Öcalan ins Leben gerufen wurde. Die Anti-Öcalan-Fraktion werde von einigen Abgeordneten aus dem US-Kongress unterstützt, so Müftigil. Öcalan habe nichts mehr zu melden. Müftigil deutet an, dass Israel die Anti-Öcalan-Fraktion unterstützen würde. Doch konkrete Namen nennt er nicht. Er erwähnt beispielsweise auch nicht, dass die Obama-Regierung interessiert ist am Friedensprozess zwischen Kurden und Türken. Im US-Kongress gibt es deshalb auch viele Obama-Gegner.

„Von nun an beginnt wieder der bewaffnete Kampf. Öcalan muss sich aufgrund seiner Haftstrafe friedfertig zeigen. Doch die anderen akzeptieren das nicht mehr. Sie sagen Öcalan, dass er sich endlich `verpissen´ oder `verrecken´ soll.“

Der Sözcü-Journalist zeigt sich verwundert und betroffen, da der Kurdenkonflikt wieder aufflammen könnte. Daraufhin antwortet Müftigil, dass das türkische Volk ohnehin „dumm“ sei. „Die sind wie Schafe und haben nicht den blassesten Schimmer darüber, was wirklich los ist“, so Müftigil.

Anschließend holt Müftigil aus und sagt, dass Erdoğan und Öcalan auf jeden Fall „beseitigt“ werden müssen. Auch Barzani müsse „beseitigt“ werden. Es herrsche ohnehin eine tiefe Feindschaft zwischen Barzani und dem syrischen Kurdenführer Salih Muslim.

Erdoğan, Barzani und Öcalan sind die Hauptfiguren im Friedensprozess zwischen Kurden und Türken. Fallen die weg, kommt es in der Region zu einem Bürgerkrieg.

Der Unternehmer Müftigil deutet in einem weiteren Gespräch auch an, dass es aktuell Vorbereitungen für die Gründung einer neuen Partei in der Türkei gäbe.

Offenbar ist Müftigil eine Art „graue Eminenz“, die vor Selbstlob strotzt. Er sagt, dass er die Macht habe, einen „Stein“ oder einen „Salzstreuer“ zum Parlamentarier zu machen. Er könne jeden Beliebigen aufstellen und das Volk würde darauf reinfallen.

In den vergangenen Jahren sind immer wieder geheime Tonbänder von Politikern, Geschäftsleuten und Militärs im Internet aufgetaucht. Offenbar hören sich die Institutionen in der Türkei gegenseitig ab.

Das türkische Parlament müsste im Normalfall alles unternehmen, um das Vertrauen der Bürger in die Parteien und Institutionen wieder herzustellen. Doch davon sind ausnahmslos alle Parteien weit entfernt.

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