Waffen für die Welt: Türkei profitiert vom Krieg der Nachbarn

Die Konflikte in Syrien, im Irak oder in Israel sind lohnende „Geschäfte“ für die globale Waffenindustrie. Auch die Türkei verdient an den Kriegen in der Nachbarschaft: Alleine im Jahr 2014 sind die türkischen Waffenexporte um 20 Prozent gestiegen.

In den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres konnten türkische Waffenschmieden insgesamt Güter mit einem Wert von ungefähr einer Milliarde US-Dollar ins Ausland verkaufen. Der größte Handelspartner waren im ersten Halbjahr 2014 die USA. Hierhin wurden Waren in einem Wert von 370 Millionen Dollar exportiert. Mit einem finanziellen Rahmen von 62 Millionen US-Dollar war Malaysia der zweitgrößte Handelspartner. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate kauften im großen Stil türkische Rüstungsgüter.

Wohin diese Länder letztendlich die türkischen Waffen weiter verkauft haben oder wo das Kriegsgerät zum Einsatz kommt ist nicht bekannt. Rund um die Türkei toben aber Konflikte in Syrien, im Irak oder in Israel, die damit zu lohnenden Absatzmärkten für die globale Waffenindustrie werden.

Waffenindustrie stellt nur ein Prozent am gesamten Export

Ins Ausland wurden Rüstungsgüter aller Art exportiert: Darunter Flugzeuge, Ersatzteile, gepanzerte Fahrzeuge, Raketen und leichte Waffen. Zurzeit beträgt der Anteil der Rüstungsindustrie nur ein Prozent an den gesamttürkischen Exporten, so das Nachrichtenportal Worldbulletin. Diese beliefen sich in Gänze auf 104 Milliarden US-Dollar in den ersten acht Monaten des Jahres 2014. Im Jahr 2013 wurden insgesamt Rüstungsgüter in einem Wert von 1,39 Milliarden US-Dollar verkauft.

Rüstungsindustrie vom Staat abhängig

Ziel auf lange Sicht ist es, auch den innertürkischen Markt vollständig bedienen zu können. Für den internationalen Markt sieht Ismail Demir, Untersekräter für die Rüstungsindustrie,  auch den Staat und Politiker in der Pflicht. „Beziehungen zwischen Staaten und zwischen Staatsmännern können eine aktive Rolle bei den Exporten spielen. Manche Vereinbarungen oder Verkäufe müssen zwischen Staaten geschlossen werden“, so Demir im Interview mit der Fachzeitschrift Defence-Turkey (mehr hier). Ankara möchte sich bereits seit längerem von der Abhängigkeit ausländischer Rüstungsgüter befreien. Schon im Jahr 2004 fasste die AKP-Regierung den Beschluss, dass man in der Welt nur mitreden könne, wenn man über eine heimische Rüstungsindustrie verfüge. Bis 2023 möchte die Türkei zu den zehn größten Waffen-Exporteuren der Welt gehören (mehr hier).

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