Rüstungsindustrie: Türkei will bis 2023 eigenen Kampfjet produzieren

Die Türkei hat die Fertigstellung des ersten eigenen Kampfjets für das Jubiläumsjahr 2023 angekündigt. In die Wege geleitet wurde das Vorhaben bereits 2011. Die Türkei will mit den eigenen Kampfjets ihe Abhängigkeit von der amerikanischen Rüstungsindustrie verringern und so viele Rüstungsgüter wie möglich im Inland herstellen.

Der türkische Verteidigungsminister Ismet Yilmaz gab das Ziel für 2023 bereits am vergangenen Sonntag bekannt. Die Herstellung eigener Kampfjets ist dabei Teil eines umfassenden Vorhabens. Schon jetzt werden unter anderem Kriegsschiffe, Trainingsflugzeuge und Hoch-Präzisions-Flugzeuge in der Türkei hergestellt. Der Anteil eigener Produktionen soll künftig noch weiter wachsen.

Dem Minister zufolge würden im Augenblick 55 Prozent des Bedarfs der türkischen Streitkräfte über die heimische Produktion gedeckt. Bis 2023 soll diese fast zu 100 Prozent durch eigene Herstellung erfolgen, berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. „Wenn es uns gelingt, ein Kampfflugzeug zu produzieren, werden wir in der Lage sein, alle Bedürfnisse unserer Armee zu Land, zu Wasser oder in der Luft innerhalb der Türkei zu decken. Wenn wir dieses Kunststück schaffen, sind wir ein vollständig unabhängiges Land“, so Yilmaz.

Bereits 2012 unterbreitete Italien der Türkei das Angebot, den ersten türkischen Kampfjet bauen zu wollen, inklusive Technologie-Transfer und die Errichtung der lokalen Produktion. Das teilte damals der italienische Botschafter Gianpaolo Scarante mit. „Noch befindet sich das Projekt, an dem wir gerne mitwirken würden, in der Evaluationsphase“, so der Diplomat. „Der derzeit wichtigste Kampfjet der Welt ist der Eurofighter. Wir würden gerne mit der Türkei kooperieren, um einen nationalen türkischen Jet zu bauen.“ (mehr hier).

Das Unterstaatssekretariat für die Rüstungsindustrie (SSM) und das für Verteidigung zusändige Unternehmen der türkischen Luft- und Raumfahrtindustrie (TAI) hatten schon im Jahr 2011 eine Vereinbarung zu einem gemeinsamen nationalen Kampfjet-Projekt unterzeichnet. Muharrem Dörtkaşlı, Generaldirektor von TAI, sagte der Nachrichtenagentur Anadolu hierzu: „Wir haben ehrgeizige Ziele. Mit dieser Transaktion werden wir das erste nationale Kampfjet-Entwicklungsprojekt der Türkei beginnen. Allerdings benötigen wir umfangreich ausgebildete Arbeitskräfte und deshalb werden im Ausland arbeitende türkische Ingenieure gebeten, welche die erforderliche Erfahrung in dieser Art von Projekten haben, in die Türkei zurückzukehren, um ihrem Land zu dienen.” (mehr hier).

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