US-Botschafter färbt sich nach Blondinen-Beleidigung die Haare

Die Amerikaner sind empört über die Beleidigungen der blonden Pressesprecherin des Weißen Hauses: Der US-Botschafter in der Türkei hat sich solidarisch erklärt und sich die Haare blond färben lassen, zumindest virtuell.

#ABD’li diplomatlar: hepimiz #sarışınız. #American diplomats: we’re all blonde.

Ein von John Bass (@amerikanbuyukelcisi) gepostetes Foto am

US-Botschagter John R. Bass reagierte auf die sexistische Bemerkung aus Ankara äußerst souverän. Er gab Bürgermeister Melih Gökçek via Instagram Konter. Über den Bilderdienst verbreitete er kurzerhand sein eigenes Porträt mit blonden Haaren. Dazu schrieb er: „Amerikanische Diplomaten: Wir sind alle Blondinen“.

Der sonst dunkelhaarige Bass ließ sich sein Haupt digital einfärben, um so ein Zeichen gegen einen am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Tweet des türkischen Stadtoberhauptes zu setzen. Dieser hatte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, als „dumme Blondine“ bezeichnet, so die New York Times. Er kritisierte, dass sie zur Polizeigewalt bei den Ausschreitungen in Baltimore im Zuge des Todes von Freddie Gray schweigen würde. Und das, obwohl sie zuvor auch das unverhältnismäßige Gebaren der türkischen Beamten während der Proteste im Jahr 2013 gerügt habe.

In seiner Twitter-Nachricht schrieb Melih Gökçek: „Wo bist du, dumme Blondine, die die türkische Polizei der unverhältnismäßigen Gewalt angeklagt hat? Komm schon, Blondie, antworte.“ Gökçek habe mit seinen Äußerungen auf die vermeintliche Heuchelei seitens der Vereinigten Staaten abgezielt. Obschon es in Baltimore bislang keine Belege für eine weit verbreitete Polizeigewalt gegeben habe, hätte sein Tweet aber sofort die Aufmerksamkeit seiner rund 2,5 Millionen Follower auf sich gezogen, so das Blatt weiter. Tausende hätten ihm in seinen Aussagen beigepflichtet.

Marie Harf selbst verhielt sich übrigens zurückhaltend. Sie wolle die Worte des Bürgermeisters nicht mit einer Antwort würdigen. Gleichzeitig stellte sie jedoch heraus, dass sich US-Präsident Obama umfassend zu den Unruhen in Baltimore geäußert habe.

Gökçek ist ein enger Verbündeter von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Schon vor seiner aktuellen Entgleisung galt er als eine der am meisten polarisierende Figuren in der türkischen Politik. Regelmäßig zielt er via Twitter auf ausländische Nachrichtenagenturen und Journalisten.

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