Türkische Rüstungsindustrie: Eigene Helikopter erfolgreich im Einsatz

Zukünftig wird die Türkei unabhängiger von Rüstungsimporten sein. Die ersten Kampfhubschrauber aus komplett eigener Produktion sind in den Südosten des Landes entsandt worden, um dort gegen die PKK zu kämpfen. Dies ist jedoch nur der erste Schritt: In naher Zukunft sollen auch Kampfpanzer und Düsenjäger in der Türkei vom Band laufen.

Für die Türkei im Einsatz: Der neue ATAK-Hubschrauber. (Bild: Flickr/mangusta by Enrico Matteucci (CC BY 2.0))

Für die Türkei im Einsatz: Der neue ATAK-Hubschrauber. (Bild: Flickr/mangusta by Enrico Matteucci (CC BY 2.0))

Die Türkei will unabhängiger von Rüstungsimporten werden. Gleich mehrere ambitionierte Großprojekte verfolgt die Regierung gleichzeitig, deren Fertigstellung jedoch schon mehrfach nach hinten verschoben wurde. Nun konnten die türkischen Streitkräfte erstmals von den langen Anstrengungen profitieren. Sie werden zukünftig von zwei  „T129 ATAK“ Kampfhubschraubern unterstützt. Die Helikopter sollen die im Süden der Türkei stationierten Bodentruppen aus der Luft unterstützen. Neben den Kampfhubschraubern sollen zukünftig der Kampfpanzer „Altay“ und eigene Kampfflugzeuge als Prestigeobjekte der türkischen Waffenschmieden  die Armee von den Waffen des Westens unabhängig machen.

Helikopter dienen Tag und Nacht

„Die Helikopter werden ab Mai ebenfalls Tag und Nacht  in den Provinzen Şırnak, Hakkari und Van dienen“, lies der türkische Generalstab verlauten, so die Sabah. Die Hubschrauber werden von zwei Piloten bedient und fliegen bis zu 270 Kilometer in der Stunde. Der ATAK kann eine Vielzahl an Raketensystemen tragen, so auch die „Hellfire“-Raketen aus amerikanischer Produktion. Der türkische Hubschrauber  wurde von TAI (Turkish Aerospace Industries) und AugustaWestland entwickelt und gebaut. Die Planung des ATAK basiert auf dem Kampfhubschrauber AgustaWestland A129CBT, der bereits seit den frühen achtziger Jahren beim italienischen Militär in Betrieb ist. Die Stärken des Helikopters sollen besonders in der Aufklärung und der Offensive liegen.

Die Türkei rüstet auf

Bis zum Jahr 2018 sollen die Rüstungsausgaben stetig steigen. Ein Fokus soll dabei gerade auf türkischen Produkten liegen.

Ein Großprojekt der Branche ist derzeit die Entwicklung eines neuen Infanteriegewehrs. Eine Testversion sei bereits an verschiedene Truppenteile ausgegeben worden. Man warte nun auf Rückmeldung, um in die Serienproduktion einsteigen zu können, so Demir in der Sabah.

Neben Handfeuerwaffen hat die Türkei auch mit der Planung und Forschung eigener Kampfflugzeuge begonnen (mehr hier). Als Prestigeprojekt gilt der Kampfpanzer “Altay”, der zu den modernsten und teuersten Kampffahrzeugen seiner Art gehören wird.

Das Rüstungsbudget könnte sich bis 2018 verdoppeln, berichtet die Hurriyet. Aber auch die türkischen Streitkräfte kaufen munter ein. Die Türkei sondiert gerade Angebote für ein eigenes Raketenabwehrsystem, so das Blatt.

Im Laufe der Pressekonferenz stellte der Untersekretär die Abhängigkeit der Waffenindustrie vom Staat heraus. „Beziehungen zwischen Staaten und zwischen Staatsmännern können eine aktive Rolle bei den Exporten spielen. Manche Vereinbarungen oder Verkäufe müssen zwischen Staaten geschlossen werden“, so Demir. In einem Interview mit dem Online-Fachmagazin „Defence-Turkey“ bekräftigte dieser erneut seine Absicht, Produkte für den internationalen Markt zu bauen. Die Türkei ist mittlerweile der viertgrößte Exporteur von leichten Waffen in die USA (mehr hier).

Ingenieure benötigt

Das Unterstaatssekretariat für die Rüstungsindustrie (SSM) und das für Verteidigung zusändige Unternehmen der türkischen Luft- und Raumfahrtindustrie (TAI) haben am Dienstag eine Vereinbarung zu einem gemeinsamen nationalen Kampfjet-Projekt unterzeichnet. Die Jets sollen auf die Herausforderungen und Bedürfnisse der türkischen Luftwaffe genau zugeschnitten sein.

Muharrem Dörtkaşlı, Generaldirektor von TAI, sagte der Nachrichtenagentur Anadolu: “Wir haben ehrgeizige Ziele. Mit dieser Transaktion werden wir das erste nationale Kampfjet-Entwicklungsprojekt der Türkei beginnen. Allerdings benötigen wir umfangreich ausgebildete Arbeitskräfte und deshalb werden im Ausland arbeitende türkische Ingenieure gebeten, welche die erforderliche Erfahrung in dieser Art von Projekten haben, in die Türkei zurückzukehren, um ihrem Land zu dienen.”

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