Riesiges Wirtschaftsprogramm: Türkische Städte werden Vorreiter der nachhaltigen Entwicklung

Zentralanatolische Städte werden künftig massiv in ihrer Entwicklung unterstützt. Sie sollen ökologisch, wirtschaftlich und sozial an die erfolgreichen Wirtschaftszentren des Landes aufschließen. Dafür stehen ihnen in den nächsten Jahren bis zu einer Milliarde Dollar zur Verfügung.

Schon seit dem Osmanischen Reich gibt es Pläne, die Hochebene um die Stadt Konya besser für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Die Stadt und die gesamte Ebene sind nicht an das Meer angeschlossen und werden durch Binnenseen aus der Region versorgt. Um die Stadt und den Bezirk am wirtschaftlichen Aufstieg der Ballungszentren zu beteiligen, sollen nun über mehrere Jahre Milliarden Dollar in die Region investiert werden. Auf nachhaltige Weise sollen hier Entwicklungsmöglichkeiten im sozialen, ökologischen und ökonomischen Rahmen gefördert werden. Die Konya-Ebene liegt auf 1300 Metern Höhe und war immer wieder von schlimmen Dürreperioden heimgesucht worden.

Förderung auch in anderen Gebieten

Alleine im Jahr 2014 wurden 480 Millionen Dollar in die Region investiert. Dieser Betrag soll in den kommenden Jahren steigen. Im Jahr 2015 will die türkische Regierung fast 600 Millionen Dollar bereitstellen und diese Summe jährlich erhöhen. Ziel ist es im Jahr 2018 bis zu einer Milliarde Dollar in die Region Konya und die gesamte Hochebene zu investieren, so die Sabah. Dabei soll besonders die Wasserversorgung eine große Rolle spielen.

Da die Region um Konya schon immer von Dürren betroffen war, soll das Gebiet nun besser für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden. Dabei soll auch im Sinne der nachhaltigen Entwicklung auf Mensch und Umwelt geachtet werden. Ressourcen vor Ort, gerade im Bereich der Wasserwirtschaft, werden effektiver genutzt werden. Erreichen möchte man das durch die bessere Nutzung bestehender Wasserdepots. Zukünftig werden in der Landwirtschaft Getreidesorten benutzt, die für die dortigen Wetterbedingungen geeignet sind. Weiterhin werden größere Summen auch in den Ausbau der lokalen Infrastruktur außerhalb und innerhalb der Städte fließen.

Dabei soll besonders auf die sozialen Bedürfnisse, der Bürger geachtete werden. Bei der Region, die von diesen Investitionen profitieren, handelt es sich um ein riesiges Gebiet von 1,3 Millionen Hektar. „Dank der Investitionen, die durch das Konya Plain Project getätigt werden, verfügt die Konya-Ebene zukünftig über 649 Millionen Kubikmeter mehr Wasser“, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, so die Turkishweekly. Schon im Vorfeld des Projekts wurde der Bagbasi-Staudamm und ein Versorgungstunnel für weiteres Nutzwasser gebaut, so Anadolu Agency.

Entwicklungsschub für die ganze Region

Ziel des Großprojektes ist es, die Region wirtschaftlich am zunehmenden Reichtum der Türkei zu beteiligen. Insgesamt soll so der Prokopfanteil am Bruttonationaleinkommen auf 80 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Resttürkei angehoben werden. Noch im Jahr 2011 waren dies nur 77 Prozent. Betreffen wird diese Entwicklung Konya, Karaman, Kırıkkale, Kırşehir, Nevşehir, Niğde und Aksaray. Bei gutem Verlauf werden die Investitionen auf weitere Provinzen ausgeweitet.

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