Dramatische Fotos: Vögel zertrümmern Nase einer Turkish Airlines Maschine

Vogelschwärme können für Flugzeuge äußerst gefährlich werden. Welchen immensen Schaden die Tiere anrichten, zeigt sich jetzt an einer Boeing 737-800 der halbstaatlichen türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY). Deren Front sieht aus, wie nach einem Frontalzusammenstoß.

Die Turkish Airlines Maschine TK2004 war am Dienstag auf dem Weg von Istanbul nach Nevşehir. Bei der Landung auf dem Zielflughafen kam es dann zu einem massiven Vogelschlag. Die Tiere verursachten vor allem am Bug und an den Flügeln immense Beschädigungen.

Einen detaillierten Eindruck von dem tierischen Unfall liefert derzeit das Flugportal AirLive, das die riesigen Dellen, Risse und auch Blutspuren in Großaufnahmen festgehalten hat.

Nach Informationen der britischen Daily Mail sollen sich 125 Passagiere an Bord befunden haben. Verletzt worden sei bei der turbulenten Landung nach bisherigem Kenntnisstand niemand. Der Pilot habe den Vorfall der Flugsicherung gemeldet, worauf hin zwei weitere Maschinen ihre Landeanflüge erst einmal abbrechen mussten.

Bei der türkischen Fluggesellschaft dort ist das Entsetzen aber offenbar weniger groß, als bei den Usern im Netz. Denn wie ein Sprecher von Turkish Airlines gegenüber Metro FM mitgeteilt haben soll, betrachte man den Zwischenfall als etwas etwas völlig Normales in der zivilien Luftfahrt. Die Schnauze des Flugzeugs sei aus weichem Material konzipiert, um die Auswirkungen bei solchen Unfällen gering zu halten. Entsprechend zeigte sich Turkish Airlines nun auch überrascht. Schlügen Vögel am Rumpf, Flügel oder eben am Bug ein, bestünde keine Gefahr. Kritisch werde es hingegen, wenn die Tiere in die Triebwerke gerieten. So wie im April bei einer Maschine der Alaska Airlines:

Die Flotte der türkischen Fluggesellschaft wurde zuletzt deutlich strapaziert. Erst vor gut zwei Wochen musste eine andere Turkish Airlines Maschine aus Mailand eine Notlandung auf dem  Atatürk Flughafen absolvieren. Der Grund: Das rechte Triebwerk hatte Feuer gefangen, so Russia Today.

Im vergangenen März mussten die Piloten einer THY-Maschine notlanden, nachdem auf der Bordtoilette eine Notiz mit dem Wort „Bombe“ gefunden wurde. Anfang März rutschte ein Turkish Airlines Airbus A330 am  Flughafen von Kathmandu in Nepal von der Landebahn (mehr hier).

Bilder wie die aktuellen dürften in Zukunft weiter zunehmen. Wie das deutsche Vogelschlagkomitee, der DAVVL e. V., berichtet, nehme die Zahl der Vogelschlagereignisse in der Luftfahrt weiter zu. Im Jahr 2014 seien 1.142 Anzeigen über die Kollision von Vögeln mit Luftfahrzeugen aus deutschen Cockpits entgegen genommen worden. 766 dieser Anzeigen hätten Zwischenfälle im Inland betroffen, 376 der Anzeigen berichteten von Zwischenfällen im Ausland. „Dies ist die höchste Zahl an Vogelschlägen, die uns in den letzten fünf Jahren gemeldet wurde“, so Christoph Morgenroth, Geschäftsführer des Komitees. „Die von Jahr zu Jahr steigende Zahl an Vogelschlägen ist für uns ein Alarmsignal, zumal sie nicht allein über die wachsende Zahl an Flugbewegungen zu erklären ist.“

Weit alarmierender als die DAVVL-Zahlen seien aber die Angaben des Luftfahrtbundesamtes zum Vogelschlaggeschehen im Jahr 2014. Demnach habe es unter den vom DAVVL registrierten Anzeigen 413 als Störfall einzustufende Ereignisse gegeben, an denen deutsche Luftfahrzeuge beteiligt waren – das seien knapp viermal so viele wie im Vorjahr und mehr als zehnmal so viele wie 2010. „Vogelschlag ist ein allgemein unterschätztes Sichersicherheitsrisiko der Luftfahrt, aber auch ein weitaus unbekannter Kostenfaktor“, so Morgenroth.

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