Attacke gegen Erdoğan: Prediger Gülen mobilisiert seine Anhänger

Der islamische Prediger Fethullah Gülen attackiert den türkischen Präsidenten massiv: Erdoğan habe aus der Türkei einen „Ein-Mann-Staat“ gemacht – also eine Diktatur. Die Worte Gülens sind ein Aufruf an die Anhänge

Der islamische Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger geben sich in der Öffentlichkeit als Demokraten. (Screenshot via Youtube)

Der islamische Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger geben sich in der Öffentlichkeit als Demokraten. (Screenshot via Youtube)

Der in den USA lebende islamische Prediger Fethullah Gülen mobilisiert in der Türkei seine Anhänger und motiviert sie dazu, gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die Regierung vorzugehen.

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt er, dass Erdoğan aus der Türkei einen „Parteienstaat und eigentlich sogar Ein-Mann-Staat“ gemacht habe. Früher habe es „das Joch“ des Militärs gegeben. Doch derzeit herrsche in der Türkei „das Joch einer Partei“. Als positives Gegenbeispiel nennt er die USA.

Gülen wörtlich: „Die USA sind ein demokratischer Rechtsstaat. Hier ist kein Platz für Willkür (…) Der Zustand, in den mein Land versinkt, macht mich traurig.“

Die Bewegung des Predigers ist extrem pro-amerikanisch organisiert. Die „milde“ Form des Islam der Gülens, die sich an westliche Gebräuche halten und auch die Arbeitsprozesse in der Industrie nicht durch zu häufige Gebets-Abwesenheiten stören, kommen den US-Konzernen ebenso entgegen wie die Vernetzung der Bewegung in zahlreichen rohstoffreichen Staaten.

Bis heute ist die Finanzierung der Bewegung völlig unklar. Der private US-Geheimdienst Stratfor äußert sich in mehreren Depeschen durchaus wohlwollend über die Bewegung. Die türkische Regierung fordert eine Auslieferung Gülens an die Türkei.

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