Immobilien-Boom: Türkischer Flughafen auf künstlicher Insel lockt arabische Investoren an

Der erste auf einer künstlichen Insel gelegene Flughafen Europas zieht schon vor seiner Eröffnung reihenweise ausländische Investoren an. Vor allem Araber sind an Grundstücken und Häusern in der türkischen Schwerzmeer-Region interessiert. Auch der Tourismus soll sich auf lange Sicht deutlich steigern.

Schon vor seiner Eröffnung Ende Mai ist dem türkischen Ordu-Giresun Flughafen internationale Aufmerksamkeit sicher. Der ins Meer gebaute Airport und dessen Umland erscheint offenbar besonders arabischen Investoren lukrativ. Aus gutem Grund: Die Region soll sich durch den neuen Anschluss auch touristisch deutlich weiter entwickeln.

Wie der hiesige Gouverneur İrfan Balkanlıoğlu kürzlich bekannt gab, hätten die arabischen Investoren schon jetzt mehr als 100 Häuser in Ordu gekauft. Rege Nachfrage herrsche überdies bei Land in der Hochebene. Auch in Wohnanlagen und Hotels würden die ausländischen Geldgeber gerne investieren wollen, so die türkische Zeitung Sabah.

Der Grund für die frühe Nachfrage liegt dem Blatt zufolge auf der Hand: Die ausländischen Investoren wollen die Gunst nutzen und zuschlagen, bevor die Preise ab Ende Mai vermutlich rasant ansteigen. Besonders interessant seien demnach die Bezirke Akkuş, Ünye, Fatsa und Kabadüz. Begehrt seien aber auch Grundstücke auf dem Cambasi Plateau. Die Lokalregierung rechne bis Ende des Jahres mit mindestens 700 allein an Araber verkaufte Häuser.

Der Multi-Millionen-Dollar Flughafen Ordu-Giresun (Ordu-Giresun Havalimanı) befindet sich vor der türkischen Schwarzmeerküste. Läuft alles nach Plan, wird er am 22. Mai dieses Jahres eröffnet. Bereits ab dem 26. Mai sollen Passagiere entsprechende Tickets für eine Ab- oder Anreise erwerben können. Die Anlage ist der mittlerweile 52. türkische Flughafen. Das Besondere: Es ist der erste seiner Art in der Türkei und Europa. Insgesamt gibt es weltweit nur acht derartige Bauten.

Der für den Flughafen betriebene Aufwand ist immens. Rund 35 Millionen Tonnen Gestein wurden verwendet, um die gut 1,8 Millionen Quadratmeter große Fläche im Meer aufzufüllen. Der Bau der künstlichen Insel, die etwa 360 Millionen Türkische Lira, umgerechnet 132.600.000 Dollar, gekostet hat, begann im Juli 2011.

Balkanlıoğlu will mit dem Bau auch die touristische Entwicklung seiner Provinz voranbringen. Touristen, die sonst Trabzon und Rize in der Schwarzmeerregion bevorzugt hätten, könnten nun auch Ordu besuchen.

Bereits in den vergangenen sieben bis acht Monaten habe man eine wirtschaftliche Wiederbelebung in der Region feststellen können, so der Gouverneur. Werde nun die Werbung für andere Projekte rund um den außergewöhnlichen Flughafen weiter vorangetrieben, könnte sich dieser Boom auch künftig fortsetzen, so Balkanlıoğlu weiter.

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