Sprachmix der 3. Generation: Deutsche Jugendliche sprechen jetzt türkischen Slang

Jugendjargon verbindet - da ist es egal, woher die Ausdrücke ursprünglich kommen. Eine gemeinsame "Multi-Kulti-Sprache" ist ein Zeichen für gelungene Integration. Das haben Wissenschaftler der Universität Potsdam herausgefunden.

Am häufigsten fließen türkische Jugendausdrücke in die deutsche Sprache in Berlin. (Foto: Flickr/Youth and ICTs beyond 2015 by  ITU Pictures CC BY 2.0)

Am häufigsten fließen türkische Jugendausdrücke in die deutsche Sprache in Berlin. (Foto: Flickr/Youth and ICTs beyond 2015 by ITU Pictures CC BY 2.0)

„Valla“ (ehrlich), „lan“, (Typ): Worte aus dem Sprachwortschatz türkischer Jugendlicher sind jetzt immer häufiger aus dem Mund ihrer deutschen Altersgenossen zu hören. Immer mehr deutsch-sprachige Jugendliche haben sich bei ihren Kumpeln aus der dritten Generation der türkischen Einwanderer Slang-Ausdrücke abgeguckt und bauen sie in ihren tägliche Sprachgebrauch ein. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Potsdam. (Forscher hatten kürzlich herausgefunden, dass die türkische Sprache eine besondere Herausforderung für das Gehirn darstellt, mehr hier)

Für ihre Untersuchung zeichneten die Forscher Gespräche von insgesamt 48 Stunden zwischen 14-18-jährigen Teenagern auf und untersuchten, inwiefern türkische Wörter in die deutsche Sprache integriert werden. Die Verschmelzung der beiden Sprachen wurde auch hinsichtlich ihrer regionalen Verteilung untersucht. Das Ergebnis: Am häufigsten fließen türkische Jugendausdrücke in die deutsche Sprache in Berlin.

Professor Heike Wiese, Leiterin der Studie ist der Meinung, aus der linguistischen Verwendung der türkischen Ausdrücke entwickle sich nicht etwa ein neuer Dialekt. Vielmehr sei sie Ausdruck einer erfolgreichen Integration von verschiedenen Gesellschaftsgruppen.

Mehr zum Thema:

Can Bonomo: Das ist der türkische Song für Baku!
Fußballer: So stottern sie in der Landessprache!
Reiseführer von Lonely Planet: „Offizielle Sprachen der Türkei: Türkisch und Kurdisch“

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.